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4. Das Aufgeben des Evangeliums (Galater 1:1-9)

Einleitung

Vor einigen Jahren arbeitete ein Freund von mir in seiner Garage. Er war die Art einer Person, der nicht gestört werden will, während er mit einem Projekt beschäftigt ist. Dieses wissend, ging seine Frau in die Garage und stand ruhig an seiner Seite für einige Minuten und wartete auf die richtige Gelegenheit ihn anzusprechen. Schließlich schaute ihr Ehemann hoch, das Signal, dass es recht war ihn anzusprechen. Sehr ruhig und ohne eine Spur der Panik, sagte sie, „das Haus brennt.”

Es gibt wirklich eine Zeit, wo man die üblichen, höflichen, gesellschaftlichen Umgangsformen sein lassen und Probleme gerade heraus ansprechen muss. Das brennende Haus war ein Fall für sofortig Kommunikation. Ebenso war das Abweichen der Kirchen von Galatia, von den Lehren Paulus’ und vom Evangelium der Gnade Gottes eine Zeit für Alarm. Paulus hatte wenig Zeit an höfliche Einleitungen zu vergeuden, denn das Problem, das diesen Kirchen gegenüberstand, könnte verheerende Resultate gehabt verursachen.

Es ist möglich, dass dieses Sendschreiben zu den Galatern der erste Brief des Apostels Paulus ist. Dennoch lohnt es sich, den Anfang dieses Briefes von Paulus mit seinen üblichen Einleitungen zu vergleichen. Die Weise, wie Sie und ich unsere persönlichen Briefe anfangen und beenden ist im Stil, wenn nicht im Inhalt, ziemlich ähnlich. Wie üblich in den Briefen jener Tage, hatten die Briefe Paulus’ einen erkennbaren Stil.20 Es enthielt einen Einleitungsgruß, ein Gebet und eine Petition für Gnade, Friede und Dankbarkeit zu Gott, den Hauptteil des Briefes und einen persönlichen Abschiedsgruß.

In diesem Brief fehlt der Dankbarkeitsabschnitt, gegenwärtig in Paulus’ anderen Sendschreiben (RÖM. 1:8; 1 Kor. 1:4; 2 Kor. 1:3; Eph. 1:3; Phil. 1:3; 1 Thess. 1:3; 2 Thess. 1:2.) Stattdessen drückt Paulus geradeheraus seinen Schrecken aus: „ich bin überrascht, dass Ihr Ihn so schnell verlassen habt, der euch durch die Gnade Christus zu einem anderen Evangelium gerufen hatte (Gal. 1: 6.) Etwas war ernsthaft falsch in den Kirchen von Galatia um eine solche ernüchternde Einleitung zu fordern. Eine vorsichtige Lesung des gesamten Sendschreibens bestätigt diese Beobachtung. Das Evangelium, das Paulus gepredigt hatte und das diese Christen akzeptiert hatten, wurde irgendwie schnell für andere Lehren beiseite gelegt.

Die Studie des Buches von Galater ist zum heutigen Christen von kritischem Wert. Nicht nur erlernen wir von einer Abweichung vom Evangelium in früheren Tagen, aber wir werden sehen, dass ähnliche Falschheiten auch heute noch proklamiert werden. Viele Christen haben diese Abweichung vom Evangelium akzeptiert und die Ernsthaftigkeit dieses Fehlers nicht erkannt. Es ist wichtig für uns, zu verstehen, was der Fehler der Galater war, damit wir ähnliche falsche Lehren heute erkennen können. In Gottes Willen, weisen wir falsche Lehren ab, als eine Abweichung vom Evangelium durch welches wir gerettet sind.

Bevor wir unsere Studie anfangen, gibt es zwei einleitende Sachen, die wir im Voraus beraten müssen. Zuerst müssen wir verstehen, wo „die Kirchen von Galatia” angesiedelt waren. Zweitens müssen wir uns über das Datum des Sendschreibens einigen, denn es hilft uns die Region von „Galatia” zu definieren.

Die Theorien von Nord und Süd Galatia

Die Schwierigkeit, festzustellen, was Paulus meinte durch die Bezeichnung „Galatia” besteht aus zwei Gründen. Der Term „Galatia” kann zweifach verwendet werden: zuerst kann es sich auf den römischen Verwaltungsbezirk des Ganzen (besonders des südlichen Teiles dieses Bezirks) beziehen, wie wir es auf den Landkarten, auf der Rückseite vieler Bibeln sehen können; zweitens kann es ethnisches Galatia (nur der nördliche Teil dieses Bezirks) kennzeichnen. Ältere Gelehrte neigten, die letzte Ansicht zu unterstützen, während neuere Gelehrte21 in Richtung zum ehemaligen geneigt scheinen. Lasst mich die Gründe zusammenfassen, warum der Beweis für die Süd-Galater Theorie scheinbar den der Nord-Galater Theorie überwiegt:

In seinen Sendschreiben, Paulus benützte die römischen provinziellen Namen, während in Apostelgeschichte, Lukas benützte die ethnischen Kennzeichnungen.22 Wir würden folglich annehmen, dass Paulus von der weiteren Umgebung sprach, die den südlichen Teil von Galatia umfasste.

Apostelgeschichte 14 beschreibt die Missionsreise von Paulus und von Barnabas (der im Brief der Galater genannt wird), nach „Süd-Galatia”, während alle möglichen Missionsbemühungen in ethnischem Galatia viel zweifelhafter sind. Wir haben keinen Beweis von Kirchen, die von Paulus im Norden gegründet wurden, während reichlicher Beweis von der Gründung der Kirchen im Süden besteht.

Da die jüdische Bevölkerung im Süden größer war als im Norden, würde das Problem mit den Judenmachern in dieser Region wahrscheinlicher sein. In Galater nimmt Paulus an, dass seine Leser ein angemessenes Wissen des alten Testamentes und des Judentums hatten, das im Süden wahrscheinlicher gewesen sein würde. Wir wissen auch von Apostelgeschichte 14, dass es beträchtliche Opposition zu Paulus’ predigen gab in den Städten von „Süd-Galatia”.

Ich muss lächeln, während ich Ihnen diese Argumente zugunsten der „Süd-Galater-Theorie” mitteile. In meiner Priesterseminarausbildung, während der Abschlussprüfung der neuen Testamentstübersicht, war ich krank. Natürlich bat uns der Professor, eine Position gegen die andere zu verteidigen. Ich war nicht in der Lage eine oder die andere zu verteidigen, und ich hatte immer unbehagliche Gefühle darüber. Mindestens kann ich jetzt die Frage beantworten. So tuend, lasst mich hervorheben, dass gottesfürchtige Männer beide Positionen verteidigen, und die echten Gelehrten sind die, die beide Positionen erwägen und vorsichtig eine Präferenz für eine oder die andere ausdrücken. In der abschließenden Analyse wird diesem Problem viel Gedanke gewidmet nur wegen seines Einflusses auf die Datierung dieses Sendschreibens.

Das Schreiben von Galater in Beziehung zum Jerusalemrat

Wir haben bereits den Jerusalemrat in Apostelgeschichte 15 als Hintergrund für die Studie des Buches von Galater studiert. Begründet auf was ich bereits vorher gesagt habe, könnte es scheinen, dass Galater nachträglich dem Jerusalemrat geschrieben wurde. In der Tat glauben einige Gelehrte das dieses der Fall ist. Ich bin jedoch noch der Meinung dass das Buch von Galater kurz vor dem Rat geschrieben wurde.

Wenn wir das Sendschreiben als eines betrachten, dass zu jenen Kirchen in „Süd-Galatia” geschrieben wurde, können wir versuchsweise einen Überblick über die Ereignisse bekommen, die zum Jerusalemrat führten. Paulus und Barnabas gingen auf ihre erste Missionsreise zu den „Süd-Galater” Städten von Antiochia, von Ikonion, von Lystra und von Derbe. Paulus und Barnabas kehrten zurück zu syrischem Antiochia, wo sie eine beträchtliche Zeit (Apostelgeschichte 14:28) verbrachten. Petrus kam zu Antiochia, um zu sehen wie diese Kirche schaffte, und während der Ankunft einiger anderen Juden von Jerusalem fiel er in eine Heuchelei. Folglich, Paulus tadelte Petrus öffentlich (Gal. 2:11-21.) Während seines Aufenthalts in Antiochia, muss Paulus Wort empfangen haben, dass einige der Heiligen bereits den Lehren der Judenmacher zum Opfer gefallenden waren. Die Ankunft von Judenmachern in Antiochia würde die Besorgnis von Paulus verstärkt haben. Ein Brief zu den Kirchen der Galater wurde dann einige Zeit vor dem Jerusalemrat geschrieben. Natürlich besteht keine Erwähnung der Ratsentscheidung in diesen Briefen.

Paulus der Apostel (1:1)

„Paulus, ein Apostel (nicht von Menschen gesandt, noch durch die Agentur der Menschen, aber durch Jesus Christus und Gott dem Vater der Ihn von den Toten erhob)”.

Wenn der Briefträger kommt, habe ich eine schnelle und einfache Methode die Post zu sortieren um festzustellen was ich öffnen und was ich wegwerfen will. Ich suche nach Zeichen, von was wir im allgemeinen als „Reklamesendungen” bezeichnen; Diese sind nicht persönliche Briefe, sondern nur Massensendungen die entworfen wurden um persönlich zu erscheinen. Eine andere Methode die ich anwende um wichtige Post zu erkennen, ist, die Rücksendeadresse anschauen; Gelegentlich erhalten wir einen Brief vom Dallas Landratsamt, der entweder meine Frau oder mich selbst zum Geschworenen Gericht vorladen wird. Solch ein amtliches Schreiben erhält immer meine Aufmerksamkeit, ob mir gefällt was drinnen ist oder nicht. Dasselbe könnte noch von einer anderen Art Briefen gesagt werden, die drei Buchstaben, I.R.S., Internal Revenue Service (Finanzamt) an der Außenseite eines Briefes erhalten immer meine Aufmerksamkeit!

Das Wort „Apostel” in Vers 1 überrascht uns nicht. Schließlich war Paulus ein Apostel. Keine orthodoxen Christen stellen diese Tatsache zur Frage. Außerdem öffnete Paulus fast immer seine Sendschreiben mit einem Hinweis auf seine Apostelwürde. Paulus’ Anspruch zu apostolischer Identität in Vers 1 hatte weit mehr Bedeutung zu den Galater Empfängern. Wenn seine Apostelwürde ernst genommen wird, wird der Brief einen größeren Eindruck machen. Einen Brief als Apostel zu schreiben ist gleichbedeutend mit der Behauptung, dass der Autor des Briefes Gott selbst ist. Sicherlich, wenn Sie und ich Briefe lesen die vom Finanzamt oder von der Regierung kommen, sollten wir besondere Aufmerksamkeit zu einem Brief geben der durch Gott entstand.

Wenn dieses Paulus’ erstes Sendschreiben ist, war sein Anspruch von Apostelwürde in Vers 1 unerwartet maßgebend, da eine solche Einleitung noch nicht üblich war.23 Es gab jedoch unterschiedliche Arten von Aposteln, denn das griechische Wort übermittelt die Idee, einer der gesandt wurde. Ein Apostel ist jemand, der mit Autorität geschickt wurde. Dieses wirft die Frage auf, „durch wen wurde Paulus als Apostel geschickt und mit welcher Autorität?”

Wir haben bereits von Apostelgeschichte 15 erfahren, dass die Judenmacher andeuteten, wenn sie es nicht direkt sagten, dass sie mit der Vollmacht der Apostel kamen, die in Jerusalem wohnten. Der Jerusalemrat verweigerte dieses in einem Brief zu den heidischen Kirchen (Apostelgeschichte 15:24.) Bestenfalls könnte die Judenmacher behauptet haben, Apostel der Kirche in Jerusalem zu sein. In einer ähnlichen Weise waren Barnabas und Paulus „Apostel” der Antiochia Kirche in Jerusalem, denn sie wurden gesandt durch die Kirche, eine Sammlung zu nehmen und sie zu den Ältesten in Jerusalem (Apostelgeschichte 11:30) zu bringen.

Paulus’ Apostelwürde war von einer anderen und sehr limitierten Art. Er war ein Apostel von Jesus Christus, beauftragt und gesandt durch Ihn. Dieses ist hauptsächlich Paulus’ Punkt in Vers 1: „Paulus, ein Apostel, (gesandt nicht von Menschen noch durch die Agentur der Menschen, aber durch Jesus Christus und Gott der Vater, der Ihn von den Toten erhob.)”

Die Struktur des Buches von Galater ist der Verlauf des Anspruches von Apostelwürde, den Paulus im ersten Vers gebildet hat. Kapitel 1 und 2 enthalten die Verteidigung Paulus’ seiner Apostelwürde, eine Tatsache die durch die Judenmacher verweigert, und jetzt von einigen der Heiligen Galater bezweifelt wurde. Nachdem er seine Berechtigung in den ersten zwei Kapiteln verteidigte, Paulus wiederholte die Botschaft des Evangeliums in Kapiteln 3 und 4. Das Evangelium von Paulus entblößte die Fehler, in welche einige fielen, indem sie sich unter das Gesetz stellten, nachdem sie durch Gnade gerettet waren. Kapitel 5 und 6 vorbucchstabieren die praktische Auswirkung des Evangeliums der Gnade Gottes, die es den Heiligen ermöglicht, ein gottesfürchtiges Leben in einer gefallenen Welt zu führen.

    Ein anderes Evangelium
    (1:6-9)

6 ich bin überrascht, dass Ihr Ihn, der euch durch die Gnade Christus gerufen hat, so schnell für ein anderes Evangelium verlassen habt; 7 das wirklich kein anderes ist; nur es gibt einige, die euch stören, und möchten das Evangelium Christus verdrehen. 8 aber obwohl wir, oder ein Engel vom Himmel, zu euch ein Evangelium predigen, im Gegenteil zu dem, das wir zu euch gepredigt haben, lasst ihn verdammt sein. 9, wie wir vorher gesagt haben, so sage ich jetzt wieder, wenn irgendein Mensch zu euch ein Evangelium predigt, im Gegenteil zu dem das Ihr empfangen habt, lasst ihn verdammt sein.

Stellt euch vor, das Ihr ein Mitglied in einer der Kirchen der Galater seit, die gerade diesen Brief von Paulus erhalten hatte. Die ersten vier Verse würden nicht schwer zu akzeptieren sein. Wenn dieser Brief von Paulus in seiner Art den anderen Sendschreiben folgte, würden wir ein Wort von Dankbarkeit, von Belobigung oder von Ermutigung erwarten. Kein solches Wort wird hier gefunden. Stattdessen kommt Paulus aus der Türe mit rauchendem Gewehr. Die Ernsthaftigkeit der Fehler wird durch die Dringlichkeit vom Ton Paulus’ angedeutet und durch die beißenden Wörter die er wählte um die Krankheit der Kirchen der Galater zu beschreiben. Paulus klagt die falschen Lehrer an, für das Predigen eines anderen Evangeliums, und spricht ein Urteil auf sie aus indem er sie verdammt. Paulus beschuldigt diejenigen, die solche Lehren annehmen, dass sie den Gott verließen der sie im Namen von Jesus Christus gerufen hatte. Paulus könnte das Problem nicht in mehr schockierenden Bezeichnungen angegeben haben. Er beabsichtigte diese Heiligen kräftig zu rütteln. Dieses war keine Gelegenheit für Diplomatie oder Feinfühligkeit.

Paulus möchte nicht theatralisch erscheinen. Er macht das einzige das unter solchen Umständen angebracht war. Es wäre kaum angebracht, wenn ich eines meiner Mädchen bei ihren Haaren herumziehen würde. Dennoch stellt euch vor, dass eine meiner Töchter im Begriff ist, vor ein rasendes Auto in die Straße zu treten. Dieses wäre keine Gelegenheit, beiläufig über Autos und Straßen zu sprechen. Es würde keine andere Wahl bestehen, nur so schnell wie möglich einzugreifen, mit meiner ganzen Kraft, in der Hoffnung eine Verletzung oder Tod zu verhindern. In einer Zeit der Krise, ist strenger Eingriff nicht nur angebracht, es ist erforderlich. Die Strenge von Paulus’ Wörtern alarmiert uns zur Ernsthaftigkeit der Situation in den Kirchen der Galater. Lasst uns die Gefahr sorgfältig bedenken.

Vor einigen Jahren hatte ich eine Notfall Blinddarmoperation und während der Erholung kam ein Freund zu Besuch. Er war offensichtlich unbehaglich und er fummelte nervös mit meiner intravenösen Flasche, die an einem Gestell in seiner Nähe hing. Die kostbare Flüssigkeit floss durch die Schläuche in meinen Arm. Plötzlich ohne Warnung, durch sein fummeln, löste sich die Flasche und fiel hinunter. Inn diesem Moment war diese kleine Flasche für mich sehr wichtig. An dieser Flasche hing mein Leben. Es war für mich lebenswichtig; Mit ihr herumzufummeln könnte mir das Leben gekostet haben.

Da das fummeln mit dieser Flasche so beunruhigend für mich war, können Sie verstehen, warum Paulus so sehr besorgt war, mit denen die das Evangelium veränderten. Die Veränderung des Evangeliums gefährdet den ewigen Wohlstand jedes Christen. Das Problem, das Paulus aufdeckte, könnte nicht kritischer gewesen sein. Seine Wörter waren vorsichtig gewählt, um uns diese Tatsache zu übermitteln.

Vers 6 übermittelt Paulus’ Betroffenheit und Schrecken über dieses Ereignis. Wenn sich die Galater an ein anderes Evangelium wandten, verließen sie den Vater, der sie durch den Sohn gerufen hatte. In Vers 7 erklärt Paulus seinen Hinweis auf ein „anderes Evangelium” im vorhergehenden Vers. In Wirklichkeit gibt es nur ein Evangelium und kein anderes. Was den Galatern zuerst wie eine kleine Feinstimmung in der Lehre erschien, war eine Alternative zum Evangelium; Noch schlechter, es war ein Verzicht des Evangeliums, denn es gibt nur ein Evangelium. Dieser Verzicht wurde von den falschen Lehrern angestiftet, die einige in der Kirche störten, indem sie das Evangelium verdrehten.

Vers 8 und 9 sind die Wörter Paulus’, betreffend diese falschen Lehrer, oder andere, die das Evangelium der Gnade Gottes verdrehen wollen. Das Evangelium ist jenes das Paulus vorher zu den Galatern proklamierte. Egal wer es sein könnte, egal wie großartig sie sein könnten, jede mögliche Abweichung vom Evangelium, das vorher proklamiert wurde, verdient das strengste Urteil Gottes. Um es noch einmal zu betonen, Paulus wiederholt in Vers 9, was er in Vers 8 gesagt hatte. Jedoch ist Vers 9 mehr als eine bloße Wiederholung des vorhergehenden Verses. Ich glaube, dass Paulus nicht nur wiederholt, was er bereits gesagt hatte (in Vers 8), aber auch was er vorher erwähnte24, während er noch mit den Galatern verweilte. Deshalb war der Apostel so überrascht, dass sich diese Christen so schnell vom Evangelium weggedreht hatten. Sie hatten sich nicht nur schnell weggedreht, aber sie drehten sich weg, nachdem sie schon eine Warnung erhielten.25

Ich glaube eine beträchtlich größere Verurteilung ist auf jene ausgesprochen, die ein falsches Evangelium verbreiten, wie auf jene die nur solchen Lehren folgen. Das heißt nicht, dass solche Fehler zu glauben soll leichtgenommen werden, denn Paulus sprach davon als, Gott zu verlassen (v. 6.) Jedoch der falsche Lehrer erhält eine strengere Warnung; er wird doppelt verflucht. Der Text kann andeuten, dass, während es einige gibt, die in solche Fehler unbewusst fallen, d.h., sie wissen nicht was die vollen Implikationen sind, aber diejenigen, die ein anderes Evangelium Lehren, tun so bewusst. Diese falschen Lehrer „wollen das Evangelium von Christus verdrehen” (v. 7.) Weil der falsche Lehrer andere irre führt und weil er es absichtlich tut, verdient er eine viel strengere Strafe (CF. James 3:1.)

    Das Evangelium und seine Fälschung

Unsere Studie im Buche von Galater wird das echte Evangelium wiederholen und die Fälschungen aufdecken. Lasst uns kurz vorhinschauen, was wir entdecken werden, wenn wir mit unserer Studie dieses großartigen Buches fortfahren, indem wir die Definition des Evangeliums in Vers 3-5 betrachten.

Das echte Evangelium wird in Versen 3-5 von Kapitel 1 umrissen. Genauso wie Paulus’ Apostelwürde in Vers 1 zusammengefasst ist und in Kapiteln 1 und 2 verteidigt wird, so ist eine einleitende Definition des Evangeliums in 1:3-5 gegeben, und im Rest des Buches erweitert. Die Resultate des Evangeliums, „Gnade” und „Frieden”, werden in Vers 3 erwähnt. Das Evangelium ist Gnade. Das Evangelium schenkt Gnade und Frieden zu denen, die es durch Glauben empfangen. Wenn Menschen sich vom Evangelium wegdrehen, drehen sie sich weg von Gnade (CF. 5:4) und vom Frieden (CF. 5:20,26.)

Das Evangelium ist das Resultat der kompletten Taten von Christus auf dem Kreuz von Golgatha (1:4.) Sein Tod war für die Vergebung unserer Sünden, und unserer „Erlösung von diesem gegenwärtigen sündhaften Zeitalter”, entsprechend dem Willen Gottes und für seine Herrlichkeit (1:4b, 5.) Wir könnten denken, von unserer Erlösung von „diesem gegenwärtigen üblen Zeitalter”, als eine zukünftige Hoffnung, aber dieses ist hier meiner Meinung nach nicht der grundliegende Gedanke. Die Tat von Christus auf dem Kreuz ist genügend um unserer Sünden zu vergeben, und uns endgültig und völlig zu rechtfertigen in seiner Gegenwart; Aber vorläufig ist sie auch ausreichend, uns von unserer Knechtschaft zur Sünde, hier und jetzt zu befreien. Deshalb, es ist zu unserer anwesenden (sowie unserer zukünftigen) Rechtfertigung, dass Paulus verweist. Dieses ist besonders bedeutend im Kontext des gesamten Buches, denn die Judenmacher lehrten etwas anderes. Sie glaubten, dass der Mensch sich wieder dem Gesetz unterwerfen müsste um gerechtfertigt zu sein, und Glaube alleine nicht genügend war.

Das „andere Evangelium”, oder das „Un-Evangelium”, zu welchem Paulus in Vers 6-9 verwies, findet die vollständige Tat von Christus ungenügend, um Menschen in einer Sündevollen Welt zu rechtfertigen. Infolgedessen versuchen sie, Gesetzbeachtung dem Glauben hinzuzufügen und annullieren folglich Gnade ganz und gar. Das falsche Evangelium, das in diesem Sendschreiben widersprochen wird, ist synthetisch und menschenangenehm (1:10-11.) Es versucht, Menschen unter Knechtschaft zu bringen, sie zu zwingen beschnitten zu werden und das Alte Testament Gesetz zu beachten (2:3-5; 4:1-31; 5:1-12.) Es deutet an, dass die, die nicht unter dem Gesetz leben nur zweitklassige Bürger sind, und so verweigern sie das Evangelium (2:11-21.) Das falsche Evangelium vergisst, dass göttliche Macht durch den Geist Gottes erklärt ist, der durch Glauben erhalten wird. Das falsche Evangelium zwingt Menschen zum Vertrauen auf das Fleisch zurück (3:1-5; 5:16-26; 6:8.) Das falsche Evangelium erkennt nicht, dass das alte Testamentgesetz den Menschen verurteilt und dass Rettung immer eine Angelegenheit des Versprechens Gottes war, nicht die Leistung des Menschen (3:6-29; 6:12-16.)

    Zusammenfassung

Die Einleitung in Paulus’ Briefen zu den Galatern unterstreicht eine Wahrheit, die im Sendschreiben nicht nur zentral ist, aber zu jedem Christen entscheidend ist: die Bewahrung der Reinheit des Evangeliums. Wenn er den Lehren der Judenmacher folgte, hatte der Galater sich von der Wahrheit des Evangeliums und folglich von Gott selbst weggedreht. Titus, oder irgendwelche Heiden zu beschneiden, würde eine Abweichung vom Evangelium der Gnade Gottes sein (2:3-5; 5:1-4.) Wenn Petrus sich von den heidischen Christen trennte, um mit den jüdischen Gläubigen zu essen, lebte er nicht mehr in Übereinstimmung mit dem Evangelium (2:11-21.)

Für Paulus war das Evangelium nicht nur eine Botschaft, die, wenn geglaubt, zur Rettung führt; es war ein Führungsprinzip, die das Leben der Menschheit regelte. Tätigkeiten, die zu anderen inkonsequent schienen (sowie Zugeständnisse zur strikten Gesetzeseinhaltung der Judenmacher) waren zu Paulus abscheulich, weil sie ein Verstoß gegen das Evangelium waren. Zu Paulus war das Evangelium eine Wahrheit die nie geändert werden dürfte, nicht nur in Kredokonfession, aber auch in der Praxis.

Ich würde hoffen, dass jeder von uns darin übereinstimmt, dass unsere Kirche eine Kirche sein muss die stichhaltig zum Evangelium unseres Herrn Jesus Christus verpflichtet ist. Was bedeutet das in praktischen Begriffenen? In einer Anzahl von Kirchen bedeutet es, dass jede Predigt, in der eine Einladung gegeben wird, evangelisch ist. Ich habe einige Kirchen besucht in denen ich der Versammlung unbekannt war. Dort merkte ich, jedes Auge schien in meiner Richtung zu schauen während der evangelischen Verkündigung und besonders während der Einladung. Ich wusste, was diese Leute dachten. Sie nahmen an, dass ich vermutlich ein Ungläubiger und folglich das Ziel der Predigt war, sie jedoch waren dadurch nicht angesprochen, da sie bereits gerettet waren. Welche mögliche Anwendung könnte eine „Evangeliumsbotschaft” für sie haben, da sie bereits Gläubige waren?

Paulus sagt, dass das Evangelium wichtig ist zu denen die bereits gerettet waren. Es ist der Maßstab, durch den jede unserer Taten und Verhaltungen beurteilt werden muss. Es ist die zentrale Wahrheit, die in ihrer Reinheit geübt und konserviert werden muss. Zu Paulus bedeutete das Evangelium nicht nur eine Einladung für die Ungläubigen, aber die Bedeutung der Implikationen zu jedem Christen. Das Evangelium ist nicht etwas, dem wir einmal (während der Bekehrung) gegenüberstehen und welches wir danach verlassen. Es ist die Botschaft die wir glauben und durch welche wir gerettet sind und durch die wir leben sollen. Dieses wird immer klarer, als wir im Buch der Galater fortfahren.

Der Tisch des Herrn wird jede Woche in unserer Kirche befolgt. Die Botschaft des Buches von Galater hilft mir, einen der praktischen Gründe für diese Beachtung zu verstehen. Die Elemente die vor uns auf den Tisch des Herrn liegen, sind Darstellungen der Essenz des Evangeliums. Wir werden nicht nur an die Rettung erinnert, die wir ein für allemal durch den Tod, Beerdigung und Auferstehung unseres Herrn erhalten haben, aber wir werden auch an wesentliches des Evangeliums erinnert, zu welchem sich unser tägliches Leben anpassen muss. Das Evangelium erinnert uns an die Basis unserer Rettung, sowie unserer Rechtfertigung. Kein Wunder, die Neu-Testamentkirche sah die Notwendigkeit für ein wöchentliches Andenken des Todes unseres Herrn. Christen müssen deswegen an das Evangelium erinnert werden, was es für unser tägliches Leben bedeutet.

Paulus’ Einleitung zum Buch von Galater sollte dienen, uns zu warnen, dass das Evangelium, selbst wenn geglaubt, schnell vergessen werden kann. Persönlich glaube ich nicht, dass es bewusst beiseite gesetzt wurde, sondern durch Verdrehung und Gedankenlose Tätigkeiten. Was war falsch, einige könnten gefolgert haben, wenn man sich beschneiden lässt um die Zustimmung der Judenmacher zu erhalten? Es war wirklich falsch, beharrte Paulus, weil durch dieses das Evangelium der Gnade Gottes verweigert wurde. Mein Punkt ist, dass wir uns neigen, Rechtgläubigkeit im Kredo der Menschen mehr zu schätzen, während Paulus ihr Verhalten beobachtete. Sich konträr zum Evangelium zu verhalten, heißt, vom Evangelium abzuweichen. Dieses können wir häufiger und unbemerkter tun, durch unser Verhalten, denn durch unsere offene und vorbehaltlose Bestätigung.

Paulus möchte uns ermahnen, dass das Evangelium aus Gründen der Reinheit und Frömmigkeit, genauso wie durch heidnische und unmoralische, zur Seite gestellt werden kann. Im Allgemeinen suchen wir nach häretischen unter denen, die öffentlich liederliches Verhalten befürworten und die Autorität des Wortes Gottes angreifen. Jedoch müssen wir mehr auf die Tatsache aufmerksam werden, dass Satan genauso häufig Sittlichkeitsgefühle und Reinheit als Köder verwendet, wie er Unmoral und Verunreinigung benutzt. Die „Lehren der Dämonen” in 1 Thim. 4:1-4 betrifft die Ablehnung bestimmter Freiheiten im Namen der Heiligkeit. So auch im Buch von Kolosser, werden Ablehnung und Selbstschmähung als Förderung von Reinheit befürwortet, wenn sie gerade das entgegengesetzte tun (CF. Kol. 2.) Die Judenmacher strebten, Reinheit und Heiligkeit durch Gesetzbeachtung zu erzielen. Paulus lehrte, dass das Evangelium Reinheit (CF. 1:4) erzielt, durch die Tat von Christus auf dem Kreuz. Das Evangelium ist Rettung durch Gnade, durch Glauben, getrennt von Taten. Lasst uns von denen behüten, die versuchen, Frömmigkeit durch menschliche Bemühung zu erreichen. Solches ist eine Ablehnung des Evangeliums durch welches die Menschen gerettet werden.


20 Cf. William Barclay, The Letters to the Galatians and Ephesians (Philadelphia: The Westminster Press, Rev. Ed., 1976), pp. xi-xiii.

21 Unter den neueren gelehrten, die sich zur Süd-Galater-Theorie neigen, sind: F. F. Bruce, Commentary on Galatians (Grand Rapids: William B. Eerdmans Publishing Co., 1982); R. A. Cole, The Epistle of Paul to the Galatians (Grand Rapids: Wm. B. Eerdmans Publishing Company, 1965); Herman N. Ridderbos, The Epistle of Paul to the Churches of Galatia (Grand Rapids: Wm. B. Eerdmans Publishing Co., 1953).

22 Ridderbos, pp. 23-24.

23 Im Buch der Philipper, Paulus bezeichnete sich nicht als ein Apostel; Aber es war auch nicht notwendig, da seine Apostelwürde nicht umstritten war. In der Tat war es diese Kirche, die sich alleine entschied, Paulus in seinen finanziellen Bedürfnissen zu unterstützen. (Phil. 4:18). Auch fochten die Thessalonicher Heiligen Paulus’ Apostelwürde nicht an, deshalb stellte sich Paulus nicht vor in seiner üblichen Weise (als ein Apostel.)

24 In Vers 8 Paulus sagt, “Wie wir zuvor sagten …” Die Warnung kam nicht nur von Paulus aber auch von anderen die mit ihm waren. Die Warnung war deswegen klar und ausdrücklich betont.

25 Cf. Apost. 20:29-31.

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