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Weisheit und Wohlstand (Teil I)

Die Einstellung der Bibel zum Reichtum

Einleitung

Unsere bisherigen Studien im Buch der Sprüche konzentrierten sich auf das, was ein Weiser nicht ist – einfältig, töricht, faul. Jetzt wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf das richten, was den, der weise ist, in den Sprüchen kennzeichnet. Wir beginnen damit, dass wir das Verhältnis von Weisheit und Reichtum näher untersuchen. Eine der Möglichkeiten, einen weisen Menschen zu erkennen, ist die Art, wie er mit Geld umgeht. Weisheit kann man nicht daran erkennen, wie viel Geld jemand besitzt, sondern daran, was er für eine Einstellung dazu hat, wie er es erworben hat und wie er Gebrauch davon macht. Diese Botschaft wird die Einstellung des Weisen zum Reichtum untersuchen; die Nächste wird sich dann mit der Art auseinandersetzen, wie Geld erworben und wie es gebraucht werden sollte.

Wenn ich die Betrachtungen zum Charakter des Weisen mit einer Abhandlung über Geld beginne, soll das nicht so verstanden werden, dass ich Geld für das wichtigste Thema halte, das es zu untersuchen gilt – das ist es keinesfalls. In Lukas 16:10 bezeichnet Jesus Geld als ein “Geringstes”. Allerdings gibt es mehrere Gründe, warum ein so Geringes wie Geld für uns von Wichtigkeit sein kann. In erster Linie stellt es – mag es auch ein Geringes sein – ein großes Problem für viele amerikanische Familien dar, für christliche wie für nicht-christliche. Wie unsere Regierung, so haben auch wir uns daran gewöhnt, einen defizitären Haushalt zu verwalten und mehr auf Kredit als mit Barzahlung zu leben. Die Folge davon ist, dass einer oder sogar beide Ehepartner mehr arbeiten müssen als vernünftig ist. Auch die christliche Freigebigkeit nimmt offensichtlich ab. Wenn etwas, das nur „ein Geringes“ ist, so „groß“ in unserem Leben wird, stimmt etwas mit unseren Prioritäten nicht. Jesus lehrte zudem, dass wenn wir in diesem „Geringsten“ des Geldes nicht treu sind, wir in Angelegenheiten von größerer Wichtigkeit auch nicht treu handeln werden (vgl. Lukas 16:10). Wollen wir also danach streben, weise im Umgang mit Geld zu werden. Lassen Sie uns die Weisheit Gottes zu diesem Thema suchen, wenn wir jetzt ein weiteres Mal das Buch der Sprüche aufschlagen.

Was ist besser als Reichtum?

Mancher scheint zu denken, dass es nichts Besseres gibt als Reichtum, aber gemäß der Sprüche gibt es viele Dinge, die wichtiger sind als Geld. Lassen Sie uns kurz einige dieser besseren Dinge betrachten.

1. AURRICHTIGKEIT UND FREUNDLICHKEIT SIND BESSER ALS WOHLSTAND. In den Sprüchen wird uns gesagt, dass es wichtiger ist ehrlich zu sein als reich.

Das Begehrenswerte an einem Menschen ist seine Güte, Und es ist besser arm zu sein als ein Lügner (Spr 19:22).

Reiche Menschen finden es nicht unbedingt wichtig, freundlich zu Anderen zu sprechen. Der Reiche in Sprüche 18:23 “antwortet heftig”. Die Ebenezer Scrooges im Leben gehen nicht freundlich mit Anderen um, doch die Sprüche bedeuten uns, dass Güte wichtiger ist als Reichtum. Ganz konkret wird uns in Vers 19:22 gesagt, dass es besser ist, ein ehrlicher Mensch zu sein als ein Reicher – wenn man zwischen Beidem zu wählen hat.

2. EIN GUTER RUF IST BESSER ALS REICHTUM.

Ein guter Name ist begehrenswerter als große Reichtümer; Gunst ist besser als Silber und Gold (22:1).

3. EIN GOTTGEFÄLLIGER CHARAKTER IST WICHTIGER ALS GELD. Es ist wichtiger gerecht zu sein als reich. Die Lauterkeit eines Menschen ist wichtiger als materieller Überfluss.

Ein armer Mann, der in Lauterkeit wandelt, ist besser Als einer, der Verkehrtes spricht und ein Tor ist (19:1).

Besser ist ein Wenig mit Gerechtigkeit Als eine Fülle von Ertrag ohne Recht (16:8).

4. EIN FRIEDVOLLES ZUHAUSE VOLLER LIEBE IST BESSER ALS EIN BANKKONTO VOLLER GELD. Zahllose Menschen opfern ihr Heim in dem Bemühen, Geld zu verdienen – oft unter dem Vorwand, für die Familie zu sorgen. Die Sprüche lehren uns, dass es wichtiger ist, ein Zuhause voller Liebe und Harmonie zu haben als eines, das nur Geld hat.

Besser ist ein Gemüsegericht, wo Liebe ist, Als ein gemästeter Ochse mit Hass dabei (15:17).

Besser ist ein trockener Kanten Brot und Ruhe dabei Als ein Haus voller Feste mit Zank (17:1).

Negativ ausgedrückt: Einer der Reichtum auf ungerechte Weise zu erlangen sucht, bringt Zerstörung über sein Heim.

Wer unrechtmäßigen Gewinn macht, bringt sein eigenes Haus in Schwierigkeiten; Aber wer die Bestechung hasst, wird leben (15:27).

5. WEISHEIT IST BESSER ALS WOHLHABENHEIT. Kein Thema wahrscheinlich wird so oft in den ersten Kapiteln der Sprüche wiederholt.

„Nehmt meine Zurechtweisung und nicht Silber, Und Erkenntnis lieber als das erlesenste Gold. Denn Weisheit ist besser als Geschmeide, Und auch alle anderen Dinge, an denen man Lust hat, kommen ihr nicht gleich“ (8:10-11).

Um wieviel besser ist es, Weisheit zu erwerben als Gold; Und Verständnis zu erlangen ist dem Silber vorzuziehen! (16:16).

Wenn es so viele bessere Dinge gibt als Reichtum, müssen wir wohl zugeben, dass Geld nicht annähernd so wichtig sein kann, wie manche annehmen. Ein weitergehendes Studium der Sprüche bestätigt das: Lassen Sie uns als Nächstes betrachten, was Geld nicht leisten kann.

Was Geld uns nicht geben kann

„Geld ist nicht Alles,“ soll jemand gesagt haben, „aber es liegt weit vor Allem, was an zweiter Stelle folgen könnte.“ Die Sprüche dagegen klären uns darüber auf, dass Geld nicht nur nicht an erster Stelle steht, sondern noch nicht einmal um die zweite Stelle konkurrieren kann. Ein Grund dafür ist, dass wir mit Geld diejenigen Dinge einfach gar nicht kaufen können, die im Leben am Wichtigsten sind.

1. GELD KANN UNS KEINE SICHERHEIT VERSCHAFFEN.

Hauptsächlich aus zwei Gründen kann Geld einem Menschen keine Sicherheit geben. Der Erste ist der, dass man mit Geld keine Sicherheit erwerben kann, weil sich Sicherheit eben nicht kaufen lässt. Es gibt Menschen, die sich selbst darüber hinweg täuschen und denken, dass ihr Reichtum ihnen Sicherheit bietet, aber das ist nur Einbildung.

Der Wohlstand eines Reichen ist wie eine befestigte Stadt Und wie eine hohe Mauer in seiner eigenen Vorstellung (18:11).

Der zweite Grund, warum Geld uns keine Sicherheit bieten kann, ist der, dass Reichtum oft vergänglich ist. Nicht nur kann unser Reichtum uns nicht sicher machen, sondern er selbst ist unsicher.

Mühe dich nicht ab, um Reichtum zu gewinnen, Hör auf darüber nachzudenken. Wenn du deine Augen darauf richtest, ist er schon fort. Denn Reichtum macht sich gewiss Flügel, Wie die eines Adlers, der dem Himmel zu fliegt (23:4-5).

Ich erinnere mich an die Geschichte von einem Mann, der hunderte Millionen Dollar bei einer einzigen Transaktion gewann. Nur ein paar Monate später berichteten die Zeitungen über einen Verlust, der den vorher gemachten Gewinn sogar noch überstieg. Jemand kommentierte: „Sein letztes Hemd hat er wohl nicht verloren, aber die Krawatte sitzt doch schon recht locker.“ Sicherheit kann nie durch Geld erworben werden.

2. MIT GELD KANN MAN KEINE WEISHEIT KAUFEN.

Warum ist das Geld, um Weisheit zu kaufen, in der Hand eines Toren, Wenn er doch keinen Verstand hat? (17:16).29

3. GELD KANN UNS DAS KOSTBARSTE GESCHENK DES LEBENS NICHT VERSCHAFFEN.

Wir wissen, dass man mit Geld keine wahren Freunde kaufen kann, denn gekaufte „Freunde” werden uns im Stich lassen, wenn wir einmal bedürftig sind.

All die Brüder eines Armen hassen ihn; Um wieviel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Er jagt ihnen nach mit Worten, doch sie sind fort (19:7).

Der Verlorene Sohn (Lukas 15) ist ein neutestamentliches Beispiel für diese Tatsache.

Eine gute Ehefrau ist ein Geschenk des Herrn (vgl. Spr 18:22). Eine gottgefällige Frau kann man nicht kaufen; sie ist eine Gabe von Gottes Gnade.

Haus und Vermögen sind von den Vätern ererbt, Aber eine kluge Frau ist vom Herrn (19:14).

4. DIE ERLÖSUNG KANN MIT GELD NICHT GEKAUFT WERDEN.

Gottes Gnade wird nie durch irgendwelche Leistungen des Menschen erworben. Geld kann uns deshalb nicht erretten – im Gegenteil: Stolz und Selbstvertrauen, die es oft hervorruft, verstärken unsere Eigenwilligkeit und Sündhaftigkeit nur noch.

Reichtümer bringen keinen Nutzen am Tag des Zornes, Aber Gerechtigkeit wird vom Tode befreien (11:4).

Die Gerechtigkeit der Aufrechten wird sie befreien, Aber die Treulosen werden in ihrer eigenen Gier gefangen werden (11:6).

Wer auf seine Reichtümer vertraut, wird fallen, Aber der Gerechte wird gedeihen wie das grüne Laub (11:28).

Es trifft vielleicht nicht ganz zu, dass „die besten Dinge im Leben kostenlos” sind, aber es ist doch offenbar so, dass man die besten Dinge im Leben nicht mit Geld bezahlen kann.

Was Geld uns geben kann

Jeder, der aus der Armut heraus zu Wohlstand gelangt ist, wird bestätigen, dass Geld Auswirkungen hat. Leider sind viele davon nicht unbedingt vorteilhaft. Lassen Sie uns einige der Auswirkungen betrachten, die Geld auf unser Leben haben kann – als einen weiteren Hinweis darauf, dass Geld nicht das ist, was man von ihm behauptet.

1. SIE KÖNNEN SICHER SEIN, DASS GELD “FREUNDE” ANZIEHT.

Die Sprüche lehren uns, dass Geld die Zahl der Freunde erhöht, Armut sie dagegen verringert.

Reichtum bringt viele Freunde hinzu, Aber der Arme wird von seinem Freund geschieden (19:4).

Viele werden um die Gunst eines großzügigen Mannes flehen; Und jeder Mensch ist ein Freund dessen, der Geschenke gibt (19:6).

Als ich heranwuchs, zogen meine Eltern in ein recht rustikales, aber wunderbares Haus an einem See. Dort verbrachte ich die meisten meiner Jahre als Jugendlicher. Nach einigen Jahren der Beobachtung stellte ich fest, dass wir zwar viele nette Freunde hatten, ein bestimmter Typ von „Freunden“ uns aber nur im Sommer besuchen kam, wenn man gut angeln konnte oder das Wetter sehr heiß – also genau richtig zum Schwimmen – war. Reichtum verschafft einem viele derartiger „Freunde“, aber in schwierigen Zeiten werden solche Leute immer anderswo ihre Freundschaften suchen.

2. GELD GIBT DEN REICHEN LEICHT EIN TRÜGERISCHES GEFÜHL DER SICHERHEIT.

Eine derTextstellen, die wir gerade gelesen haben, sagt uns, dass Reiche dazu neigen, ihr Wohlbefinden fälschlicherweise auf ihren Reichtum zu beziehen.

Der Wohlstand eines Reichen ist wie eine befestigte Stadt Und wie eine hohe Mauer in seiner eigenen Vorstellung (18:11).

3. GELD KANN STOLZ MACHEN UND GLEICHGÜLTIG GEGENÜBER DEN GEISTLICHEN DINGEN.

Es ist eine Tatsache im Leben, dass der arme Mensch, der sich fragt, woher er seine nächste Mahlzeit nehmen soll, eher auf geistliche Dinge eingestellt ist als der Reiche, der sich darüber doch anscheinend gar keine Sorgen machen muss.

Der reiche Mann dünkt sich weise, Aber der Arme, der Verständnis hat, durchschaut ihn (28:11).

Agur, der fromme Mann in Kapitel 30, wollte Gott nicht um Reichtum bitten, weil er fürchtete, dass sich sein Herz dadurch vom Herrn abwenden könnte. Er wagte nicht zu bitten, dass er reich würde, damit – in seinen eigenen Worten – „ich nicht satt werde und Dich verleugne und sage ‚Wer ist der Herr?’“ (30:9).

Schlussfolgerungen

Es gibt eine Reihe von Grundsätzen im Buch der Sprüche, die unsere Einstellung zum Geld prägen sollten. Einige davon werden im Folgenden aufgeführt:

1. WEDER DER BESITZ NOCH DAS FEHLEN VON GELD SAGT ETWAS ÜBER JEMANDES GEISTLICHE VERFASSUNG AUS.

In Jesu Zeit neigte das Judentum zu der irrigen Ansicht, dass Wohlstand ein Beweis für Frömmigkeit sei. Die Reichen, so nahm man an, waren wohlhabend, weil sie wertvoller waren. Die geistliche Einstellung eines Mannes konnte damit rasch festgestellt werden, indem man sich sein Bankkonto ansah, die Art, in der er sich kleidete, oder sonstige äußerliche Zeichen des Überflusses. Der Asketizismus anderer religiöser Gruppierungen beinhaltete dagegen genau das Gegenteil: Sie glaubten, dass der Fromme allen materiellen Besitz vermeiden müsse, so dass für sie Armut ein Beweis von Frömmigkeit war.

Beide Sichtweisen sind aus verschiedenen Gründen falsch. Erstens kann jemand aus unrechten Gründen reich sein: Kriminalität kann beispielsweise seinen Wohlstand befördert haben. Außerdem kann man auch aus anderen Gründen arm sein als durch Sündhaftigkeit oder Trägheit. Mancher ist durch Ungerechtigkeit arm geworden, nicht durch fehlende Initiative (13:23). Wenn es besser ist, arm zu sein als ein Lügner (19:22), mag jemand die Armut vielleicht auch bewusst gewählt haben, um ehrlich und rein im Herzen zu bleiben. Der wichtigste Gesichtspunkt, den die Bibel uns lehrt, ist aber der, Andere niemals anhand ihrer äußeren Erscheinung zu beurteilen.

Aber der Herr sprach zu Samuel: „Schau nicht auf sein Aussehen oder auf die Höhe seines Wuchses, denn Ich habe ihn verworfen. Denn Gott sieht nicht so, wie der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf die äußere Erscheinung, der Herr aber sieht auf das Herz” (1.Sam 16:7).

In der Bergpredigt warnte unser Herr vor den Gefahren der Oberflächlichkeit, der Ausübung von nach außen hin sichtbaren Handlungen, die Einer tut, um gerecht zu erscheinen, ohne dass er aber Gott wirklich von Herzen dient (vgl. Mat 6:1-18). Wir dürfen nicht wagen, die Frömmigkeit Anderer an Kriterien zu messen, die nur die äußerliche Erscheinung und nicht die Einstellung des Herzens berücksichtigen.

Der folgende Spruch fasst das vielleicht so gut zusammen, wie man es nur sagen kann:

Da ist Einer, der sich als reich ausgibt, aber er hat Nichts; Ein Anderer gibt sich als arm aus und hat doch große Reichtümer (13:7).

Wahre Reichtümer lassen sich nicht in Geld bemessen.

2. GOTT HAT NICHT VERSPROCHEN, DASS ER JEDEN FROMMEM CHRISTEN REICH MACHT.

Die Frage, die als Erstes gestellt werden muss, ist: „Hat Gott den Israeliten, an die und für die die Sprüche ja geschrieben worden sind, versprochen, sie finanziell zu fördern?“ Offen gesagt denke ich, dass die Antwort darauf „Ja“ ist. Gott hatte versprochen, Abraham zu segnen (Gen 12:1-3) und diese Verpflichtung auch gegenüber seinen Nachkommen Isaak (26:24) und Jakob (35:9-12) und Jakobs Söhnen gegenüber (vgl. 49:3-27) wiederholt. Im Buch Deuteronomium werden Wohlstand und Sicherheit allen Menschen versprochen, die nach dem Gesetz leben, das Gott im mosaischen Vertrag niedergelegt hat. Die Segnungen im Falle des Gehorsams und die Folgen des Ungehorsams werden in Kapitel 28 dargestellt. Sollte das Volk Israel das Gesetz Gottes missachten, so werden sie gewarnt, würden sie aus dem Land vertrieben und in die Gefangenschaft fortgeführt werden (Vers 64-68). Beachten Sie die folgende Stelle aus den Sprüchen unter dem Aspekt von Gottes Versprechens an Israel:

Denn die Rechtschaffenen werden im Lande wohnen bleiben, Und die Untadeligen werden in ihm übrig bleiben; Aber die Bösen werden aus dem Land ausgerottet werden, Und die Treulosen werden aus ihm herausgerissen (2:21-22).

Die Segnungen der Gerechten, von denen das Buch der Sprüche spricht, sind genau die, die Israel von Gott versprochen wurden, sofern es Seine Gesetze halten würde. Meiner Auffassung nach war Wohlstand der Standard und das Ideal, das es anzusteuern galt, und das Ziel Israels war es, keine Armen im Volke Gottes zu haben. Genau das ist, denke ich, der Punkt von Deuteronomium 15:4-5:

Es sollte jedoch unter dir keine Armen geben, denn der Herr wird dich sicher segnen in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als ein Erbe gibt, um es in Besitz zu nehmen, wenn du nur gehorsam auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und gewissenhaft all die Gebote einhältst, die Ich dir heute gebiete.

Wohlstand war zwar das Ideal; er wurde aber nie als Etwas gesehen, das wirklich eintreten würde. In den folgenden Versen desselben Kapitels in Deuteronomium nämlich weist Gott die Israeliten auf ihre Verpflichtung hin, für die Armen in ihrer Mitte zu sorgen:

Wenn unter dir ein armer Mann ist, einer deiner Brüder, in einer deiner Städte in deinem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, so sollst du dein Herz nicht verhärten noch deine Hand gegenüber deinem armen Bruder verschlossen halten; sondern freigebig sollst du deine Hand für ihn öffnen und ihm großzügig leihen, so viel, wie er von dem benötigt, an dem er Mangel hat (Deu 15:7-8).

Die auffallendste Äußerung – eine, die auch unser Herr wiederholt (vgl. Mat 26:11) – ist die in Deuteronomium 15:11: „Denn an Armen wird es niemals fehlen in deinem Land.“ Selbst in Israel nahm man nie an, dass jeder einmal reich sein würde.

Ein Beitrag des Dispensationalismus zum Studium der Schrift ist die Unterscheidung zwischen den Versprechen an die Juden und denjenigen an die Heiligen des Neuen Testaments. Wenn wir davon ausgehen, dass aufgrund des Versprechens der Sprüche Jeder, der gottgefällig lebt, reich wird, müssen wir auch so konsequent sein und sagen, dass wir dann im Land Israel leben werden (Spr 2:21). Ich finde im Neuen Testament kein einziges Versprechen, dass Frömmigkeit mit großem Reichtum belohnt werden wird. Selbst unser Herr legte Seinen Reichtum beiseite und wurde um unseretwillen arm (2.Kor 8:9).

3. DIE SPRÜCHE HALTEN UNS NICHT AN, NACH WOHLSTAND ZU STREBEN, SONDERN DAZU, JEDES OPFER FÜR DIE WEISHEIT AUF UNS ZU NEHMEN.

Die Sprüche raten uns nicht zum Materialismus, sondern sie verbieten ihn.

Mühe dich nicht ab, um Reichtum zu gewinnen, Hör auf darüber nachzudenken. Wenn du deine Augen darauf richtest, ist er schon fort. Denn Reichtum macht sich gewiss Flügel, Wie die eines Adlers, der dem Himmel zu fliegt (23:4-5).

Ein Mensch mit neidischen Augen hastet dem Reichtum nach Und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird (28:22).

Der größte Schatz im Leben ist die Weisheit, die mit der Furcht des Herrn beginnt und eine lebenslange Suche nach der göttlichen Einsicht in das Leben ist. Wie wir angewiesen werden, nicht nach Glück zu streben sondern nach Heiligkeit, so werden wir auch angespornt, nach Weisheit zu suchen und nicht nach Wohlstand. Wenn sich Reichtum einstellt, sollte er ein glücklicher Umstand und ein Nebeneffekt sein, aber nicht das Ziel an sich. Das war auch der Wunsch von Agur, der erkannte, dass sowohl die Armut als auch der Wohlstand ihre Gefahren haben. Die aufrichtige Bitte, die Agur äußerte, war deshalb die, dass er gerecht werde, nicht reich. Sein Gebet soll auch für uns ein Beispiel sein:

Zwei Dinge erbat ich von Dir; enthalte sie mir nicht vor, ehe ich sterbe: Halte Täuschung und Lüge weit von mir, Gib mir weder Armut noch Reichtümer; Ernähre mich mit Speise, soviel mir beschieden ist, Damit ich nicht satt werde und Dich verleugne und sage ‚Wer ist der Herr?’ Und damit ich nicht in Mangel gerate und stehle Und den Namen meines Gottes entweihe (30:7-9).

Oh, dass du und ich doch mehr nach Weisheit als nach Wohlstand hungerten und dass wir bereit wären, unser Leben dafür zu zügeln! Lasst uns nicht den Wohlstand zum obersten Inhalt unseres Lebens machen, aber lasst uns den Reichtum auch nicht verdammen, als wäre er eine Sünde. Der ausschlaggebende Punkt ist unsere Einstellung zum Geld. Viele, die arm sind, sind stärkere Materialisten als die Reichen, weil sie dem Reichtum zu viel Wert einräumen. Wie wir den Reichtum betrachten und wie wir Gebrauch von ihm machen – das ist es, was vor Gott wichtig ist. In der folgenden Lektion werden wir deshalb den Erwerb und den Gebrauch des Geldes betrachten.

Ein abschließendes Wort ist hier noch angebracht: Vielleicht hast du Jesus Christus noch nicht als deinen persönlichen Erlöser kennen gelernt. Du bist ein Schuldner vor Gott, und kein noch so großer Geldbetrag wird deine Schuld zurückzahlen können. Deine Schuld ist die Sündhaftigkeit. Die Bibel lehrt uns, dass der Sünde Lohn der Tod ist (Rö 6:23). Es gibt keine Möglichkeit, dass du selbst je deine Schuld zurückzahlen könntest. In Seiner Gnade hat Gott Seinen Sohn Jesus Christus gesandt, dass Er am Kreuz von Golgatha sterbe. Er trug die Strafe für unsere Sünden. Er allein kann dir die Vergebung deiner Sünden anbieten und die Sicherheit, dass du in Ewigkeit mit Ihm im Himmel sein darfst. Der Preis war ohne Maßen – das Blut von Gottes schuldlosem Sohn. Du kannst von deiner Schuld befreit und ein Erbe von Gottes Reichtum werden, aber nur durch ein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus. Ich bitte dich dringend, deine Sünden zu bekennen und auf Ihn zu vertrauen für dein ewiges Leben.


29 Ich sehe keinen Widerspruch zwischen Spr 17:16 und 23:23, wo gesagt wird: “Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht.” Vers 17:16 bezieht sich auf den Toren: er kann Weisheit um keinen Preis erlangen. In Vers 23:23 wird der Weise ermahnt, die Wahrheit zu suchen. Wahrheit kann zwar nicht mit Geld gekauft werden, aber diese Redewendung lehrt uns, dass ebenso wie die kostbare Perle (Mat 13:46) auch die Wahrheit großer Opfer wert ist, um sie zu erlangen.

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