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11. Paulus wird Persönlich (Galater 4:12-20)

Einleitung

Die Verse, die wir studieren, decken einen ernsten Riss im Verhältnis auf, das einmal zwischen Paulus und den Heiligen Galatern bestand. Obwohl Paulus die Fehler der Galater ernst genommen hatte, hatten die Galater Selbst die Angelegenheit persönlich genommen. Ihre Wärme und Liebe für Paulus entwickelte sich zu einer kühlen Zurückhaltung. Es gab einen Abstand zwischen diesen einst vertrauten Brüdern und Schwestern, der nicht in Kilometern gemessen werden sollte.

Es gibt mindestens drei Gründe für den sich erweiternden Abstand zwischen ehemaligen Freunden. Erstens war ihr Verhältnis durch den Einfluss der Judenmacher betroffen. Sie hatten aktiv die Apostelwürde Paulus’, seine Botschaft und sein Ministerium untergraben. Es ist offensichtlich, dass viele kamen, um den Kritikern des Apostels glauben zu schenken. Zweitens, die Einschränkungen von Paulus bauten das Verhältnis ab. Paulus war ziemlich kritisch gewesen. Wir wissen nicht alles, was vorher geschah, aber das Buch von Galater selbst gibt ausreichenden Beweis von Paulus’ starker Reaktion, zu den Berichten, die er über die Galater Kirchen empfangen hatte. Kapitel 1 fing mit Paulus’ verwirrter Enttäuschung an, der Änderung in den Lehren die bereits stattgefunden hatten, aber diese Verwirrung änderte sich schnell zu unverblümter Strenge. Paulus verurteilte nachher diejenigen, die solche Irrtümer gelehrt hatten. Paulus war nicht so rau zu den Galatern, aber er machte es ihnen klar, dass sie dumm waren, solche Lehren (CF. 3, 1) geglaubt zu haben. Durch die strengen Worte von Paulus waren die Galater zurechtgewiesen.

Der dritte Grund für das verschlechternde Verhältnis zwischen Paulus und den Galatern sollte im Buch der Galater selbst gefunden werden. Es ist ein Teil der menschlichen Natur, Kritik oder Korrektur persönlich zu nehmen, besonders wenn wir im Unrecht sind. Ihr werdet Euch erinnern, dass Adam und Eve mit Gott jeden Abend kommunizierten, bis sie sündigten, indem sie die verbotene Frucht gegessen hatten. Als sie Geräusche des annähernden Herrn hörten, suchten sie sofort sich von Ihm zu verstecken, Gott hatte nichts falsches gemacht; Das Unrecht wurde von Adam und Eve gemacht. Ihre Sünde resultierte in einer Trennung.

Wann immer Menschen von der Wahrheit abweichen, entsteht eine Trennung. Trennung ist häufig ein Symptom der Sünde. Im Schreiben zu den Korinthern verurteilte Paulus den Parteigeist der Kirche, der in den unterschiedlichen kleinen Gruppen beobachtet werden konnte, die sich mit bestimmten Führern identifizierten (CF. 1 Kor.)1, 10-17.) Der Abstand, der sich mehr und mehr erweiterte, zwischen Paulus und den Galatern, ist die Gelegenheit für die Worte des Apostels, welche wir studieren. In diesen Versen versichert Paulus seinen Lesern, obgleich sie diese Angelegenheit persönlich genommen hatten, er hatte es nicht. Er suchte, das getrennte Verhältnis zu heilen, indem er sie an die Wärme und Liebe erinnerte, die sie einst gemeinsam hatten und indem er seine zarten Gefühle für sie entblößte, im Kontrast zu den unreinen Absichten der Judenmacher.

Es besteht eine deutliche Änderung der Stimmung, die in diesem Abschnitt auftritt. Bis jetzt war die liebevollste Bezeichnung die Paulus verwendet, die Brüder (CF. 1, 11.) Jedoch in diesen Versen, Paulus bezieht auf seine Leser mit der Bezeichnung meine kleinen Kinder (V. 19), ein gewöhnlicher Ausdruck des Apostels John, aber von Paulus nur hier angewendet. Paulus spricht nicht als Prophet mit feurigen Worten, aber als Elternteil, eine Mutter die schmerzhaft über das Wachstum ihres Kindes wacht, bewusst von beunruhigenden Zeichen einer Krankheit. Wahrscheinlich ist dies der wärmste und zarteste Abschnitt, den Paulus in dieser Epistel zu den Galatern geschrieben hat. Lasst uns dessen im Licht dieser warmen und zarten Stimmung nähern, die einen flüchtigen Blick ins Herz dieses großartigen Apostels bietet, als er seine Leser ermahnt, so wie er zu sein.

Treue Freundschaft (4, 12-14)

12 Brüder, ich bitte euch, werdet so wie ich, denn ich bin auch so wie ihr geworden. Ihr habt mir nicht Unrecht angetan; 13 aber ihr wisst, dass wegen einer körperlichen Krankheit habe ich das Evangelium zu euch zum ersten mal predigte; 14 und mein körperlicher Zustand war für euch eine Prüfung, dennoch habt ihr mich nicht verachtet oder abgelehnt, aber habt mich wie einen Engel Gottes empfangen, wie Jesus Christus selbst.

Dogmatische Abweichungen umfassen mehr wie Grundregeln, sie beziehen Personen mit ein. Paulus ist weiser als wir, denn er verstand, dass, während er sich mit Grundregeln beschäftigte, er musste sich auch mit Menschen abgeben. Als die Galater beschlossen hatten, den Lehren der Judenmacher zu folgen, anstelle des Evangeliums das Paulus predigte, drehten sie sich von Paulus weg. Dogmatische Abweichung ist Ungehorsamkeit und zerstört persönliche Beziehungen, sogar tief verwurzelte. Paulus merkte, dass die Fehler der Galater eine Belastung ihres Verhältnisses mit ihm verursachten, deshalb beschäftigte er sich sehr spezifisch mit den persönlichen Faktoren und versuchte diese Flamme der Liebe wieder wiederzubeleben, die einmal so hell gebrannt hatte.

Paulus fängt Vers 12 mit einem sehr bedeutenden Aufruf an. Er drängte die Galater, so wie er zu werden.71 Es gibt viele Weisen, in denen Menschen Paulus nachahmen konnten, aber unser Text konzentriert sich auf einen spezifischen Bereich, in welchem die Galater wie er sein sollten. Sie sollten Paulus dadurch nachahmen, dass er vom Gesetz, sowie die Heiden befreit war. Paulus schreibt, Brüder, ich bitte euch, werdet so wie ich, denn ich bin auch wie ihr geworden (Gal.) 4, 1a..) Paulus’ Änderung, sowie die Heiden waren, war ein heikler Punkt, besonders zu jenen jüdischen Heiligen, die zuverlässig weitermachten, jüdisches zeremonielle Gesetze einzuhalten:

Und als sie es (die Brüder in Jerusalem) hörten, (dass Ministerium Paulus’ unter den Heiden) fingen sie an, Gott zu glorifizieren; Und sie sagten zu ihm, siehst du Bruder, wie viele Tausende unter den Juden, die es gehört haben, haben auch geglaubt und sind alle eifrig für das Gesetz; und ihnen wurde auch von dir erzählt, dass du allen Juden lehrst, die unter den Heiden leben, das Gesetz von Moses aufzugeben, und ihnen lehrst, weder ihre Kinder zu beschneiden, noch in den Gewohnheiten weiterzumachen (Apost. 21, 20-21.)

Diese Anklagen, welche die Jerusalem Ältesten versuchten als falsch zu beweisen, können ganz offensichtlich zu den Judenmachern zurückgefolgt werden. Es gab genügend Beweis für die Anklagen, dass es von denen akzeptiert wurde, die bereits entschlossen hatten, dass Paulus ein Verräter zum jüdischen Christentum war. Erstens hatte Paulus, ein andächtiger Pharisäer, seinen Rücken zum legalistischen Judentum gedreht, als er bekehrt wurde. Diese Änderung wird kurz in Kapitel 1 (VV. 13-17) beschrieben, und in viel größerem Detail in Philipper, in denen er seine Taten bedingte Rechtschaffenheit mit „Dung“ vergleicht. Paulus bekam ein Heide, indem er wie ein Heide gerettet wurde—durch Glauben in Christus.

Ein zweiter Stein des Anstoßes zwischen Paulus und den jüdischen Brüdern war, dass Paulus ablehnte, zwischen jüdischen Christen und christlichen Heiden zu unterscheiden. Für ihn gab es nur Christen, ob Jude oder Heide, Sklaven oder Freiherr, Man oder Frau (Gal. 3, 28.) Zu denen die viel daraus machten, dass sie jüdisch waren, waren Paulus’ predigen und Lehren offensiv und grenzten an Häresie. Der Rat der Apostel, zu Paulus (Apost. 21), zeigt die Intensität der Gefühle der jüdischen Heiligen in Jerusalem gegenüber Paulus auf. Die Situation war volatil, wie spätere Ereignisse im Kapitel zeigen.

Drittens, Paulus’ Praxis neigte, die Beschuldigungen derer zu unterstützen, die ihm entgegenstanden. Schließlich lebte Paulus wie ein Heide, wenn er ihnen diente (CF. 1 Kor. 9, 19-23.) Die Tatsache, dass er wie ein Jude lebte, wenn unter den Juden verweilte, machte Paulus nur hypokritisch zu denen, die nicht seine Lehren und Verhalten verstehen wollten. Die Beschuldigung, dass Paulus wirklich jüdischen Christen lehrte, aufzuhören wie Juden zu leben, nicht als Zugeständnis zur Erhöhung ihrer Wirksamkeit im Ministerium, sondern als Angelegenheit des gleichbleibenden Lebensstils, ist der Irrtum der Anklagen, die gegen Paulus in Apostelgeschichte 21 erhoben wurden.

In seinem Aufruf zu den Galatern, so wie er zu werden, Paulus drängte sie wirklich wie Selbst zu sein, Heiden —durch die Gnade Gottes gerettet und brauchten nicht ihre Identität zu ändern. Dieses ist auch die Richtung von 1 Korinther 7, 17-24, wo Paulus die Korinther drängte, in der Berufung zu bleiben (nicht der moralische Zustand), welche sie hatten, als sie gerettet wurden. Paulus bekam wie die Heiden in vielerlei Hinsicht, dennoch, wenn sie den Judenmachern folgten, versuchten die Galater, wie Paulus vor seiner Bekehrung zu sein, mit dem Ziel einer Selbst-erzeugten Rechtschaffenheit.

Es besteht eine sehr wichtige kulturelle Feinheit, die Paulus’ Veränderung zugrunde liegt, wie die Heiden Galater zu werden. Überlegenheit wird angedeutet, wenn wir beharren, dass andere sich unserer Kultur und Tradition anpassen. Indem er sich weigerte mit den Heiden zu speisen, wie die von Jakob (Galater 2, 12) und durch Beharren, dass die Heiden wie Juden leben sollten, wie es die Judenmacher taten (Taten 15, 1, 5), die Judenmacher offensichtlich behauptenden, als Juden überlegen zu sein. Solch ein Anspruch ist in Wirklichkeit eine Ablehnung des Evangeliums; folglich reagierte Paulus stark gegen den Fehler von Peter, indem er ihn öffentlich zurechtwies (Galater 2, 14.)

Wenn ein Amerikaner, der französisch spricht, sich während seiner Reisen nach Frankreich fließend auf englisch unterhält, beleidigt er die Franzosen, indem er subtil vorschlägt, dass seine Sprache überlegen ist. Viel Schaden wurde durch westliche Missionare verursacht, die jene von fremden Kulturen gezwungen haben, das Knie zu beugen zur westlichen Kultur. Paulus erinnert seine Leser, dass er wie einer von ihnen wurde, während die Judenmacher den Tisch umdrehten und beharrten, dass sich die Heiden unter das Gesetz stellen müssten, um von ihnen akzeptiert zu werden.

Wenn Paulus schreibt, Ihr habt mir nicht Unrecht getan (V. 12b), steht er einem belasteten Verhältnis gegenüber, die als das Resultat der Abweichung der Galater von der Wahrheit besteht. Er zerstreut diese Angelegenheit, indem er sagt, dass er dieses nicht als eine Angelegenheit von großer persönlicher Beleidigung angenommen hatte. Paulus gibt offen zu, dass er sich fürchtet, seine Bemühungen erfolglos gewesen sein könnten (CF. V. 11); Aber er sieht den Irrtum anderer nicht als eine persönliche Beleidigung. Paulus stellt schnell diese Möglichkeit beiseite und versichert den Galatern, dass dieses für ihn nicht eine Angelegenheit von persönlicher Gefühlsverletzung war.

Paulus’ Worte, wie die all zu häufig verwendeten, es tut mir leid, könnte als falsch erscheinen, aber zugrundeliegend ist oft eine Haltung, die häufig fehlt, unter denen die dienen. Es ist sehr einfach für diejenigen, die ihr Leben für andere investieren, ihren Erfolg im Ministerium zu erschätzen durch den Erfolg oder das Versagen von denen, denen sie dienen. Aus diesem Grunde nehmen sie häufig das Versagen dieser Menschen als eine persönliche Handlung gegen selbst. Diejenigen die dienen, können durch die Sünden anderer tief beleidigt werden, da sie diese nicht nur als Sünden gegen Gott ansehen, sondern auch gegen selbst. Paulus versicherte den Galatern, dass er nicht diese Einstellung hatte. Er war fähig, seinen Ego von seinen Gefühlen getrennt zu halten, obwohl diese sehr stark waren.

In Versen 13 und 14, Paulus versuchte, Beziehungen die er einst mit den Galatern hatte wieder zu beleben. Er erinnert sie an ihre erste Begegnung, die Wärme ihrer Liebe zu ihm, trotz der sehr widrigen Umstände seiner körperlichen Krankheit: Aber ihr wisst, es war wegen einer körperlichen Krankheit, dass ich das Evangelium zu euch zum ersten mal predigte; und trotz meines körperlichen Zustandes, der eine Versuchung für euch war, ihr habt mich nicht verachtet oder abgelehnt, sondern habt mich wie einen Engel Gottes empfangen, sogar wie Jesus Christus Selbst.

Obgleich viele Spekulationen hinsichtlich der Natur von Paulus’ körperlicher Krankheit bestehen,72 kein einzelnes Leiden kann mit Sicherheit bestimmt werden. In der Tat ist es auch egal, denn Paulus’ Fokus ist nicht auf den Namen der Krankheit selbst, sondern auf ihre abstoßende Natur. Sein erster73 Besuch zu den Galatern war eine Prüfung für sie (v. 14), da es eine Versuchung für sie war, ihn in seinem Zustand zu vermeiden. Sie könnten ihn verachtet, oder verabscheulicht haben, aber sie taten dieses nicht.

Die totale Abscheulichkeit von Paulus’ Zustand, wird durch die starken Ausdrücke „verachtet und verabscheulicht übermittelt. „Gehasst“ könnte bedeuten, mit totaler Verachtung, oder mindestens Ablehnung. Eine buchstäbliche graphische Bezeichnung ist ausspuken. Wenn Sie je eine Wanze geschluckt haben, haben Sie einen Geschmack der Nuance dieses Wortes gehabt. Im altertümlichen Nah- Osten, Leute spukten, nachdem sie mit einer Krankheit in Berührung kamen, die abscheulich war; Anscheinend dachten sie, dass diese Tat einen therapeutischen Wert hatte. Spuken wurde häufig im Zusammenhang mit etwas abscheulichem ausgeübt. Man kann kaum den Punkt verpassen, Paulus war ein Schlammassel, eine abscheuliche Ansicht. Es gab keinen menschlichen Reiz in seiner Erscheinung.

Paulus’ erbärmlichem Aussehen, war der Empfang der Galater außerordentlich zärtlich. Weit von einfacher Toleranz, sie empfingen ihn zärtlich wie einen Engel —besser noch, als Christus Selbst (v. 14.) Es gibt nur eine Erklärung für solch eine Entgegnung. Ihre Aufnahme von Paulus wurde nicht bedungen, durch seine menschliche Erscheinung, aber war bedingt auf die Botschaft die er brachte, die Wahrheit des Evangeliums, durch welches die Galater gerettet wurden.

Ich werde an den alten Testamen-Bericht der vier Aussätzigen in 2 Könige 7 erinnert. Sie hungerten wie ihre israelischen Brüder, wegen der Belagerung der syrischen Armee. Sie entschieden, dass es besser sein würde, Tod durch ein syrisches Schwert zu riskieren, als einen langsamen und qualvollen Tod durch Verhungern. So schlichen sie weg, zum Lager des Feindes, nur zu entdecken, dass Gott sie schon besiegt hatte und das sie alle ihre Versorgungsmaterialien hinterlassen hatten. Trotz der scheußlichen Krankheit der Aussätzigen, wurde ihre Lebens-gebende Botschaft herzlich empfangen, denn die Botschaft war von größerer Bedeutung als der Kurier.

Schwankende Freundschaft (4, 15-16)

15 wo dann ist das Gefühl des Segens, das ihr einst hattet? Denn ich bezeuge, dass, wenn es möglich gewesen wäre, hättet ihr eure Augen herausgerupft und sie zu mir gegeben. 16 wurde ich deshalb zu Euerem Feind, dass ich euch die Wahrheit berichtete?

Die warme und zarte Liebe, die einst Paulus und die Galater verbunden hatte, hatte sich verloren. Paulus zeigt an, daß seine Gefühle für die Galater nicht geändert hatten — er fühlte sich ihnen gegenüber nicht beleidigt. Warum war das Verhältnis zwischen Paulus und den Galatern gespannt?

Diese Frage und deren Antworten werden in Versen 15 und 16 gefunden.

Paulus unterstreicht die Ironie dieser Situation. Als Paulus unter seiner körperlichen Schwäche gelitten hatte, hatten die Galater sein abstoßendes Aussehen ignoriert und ihn mit Wärme aufgenommen. Als Paulus die Epistel schrieb, war das Verhältnis abgekühlt. Paulus erforscht den Grund für die Schwankende Freundschaft in Vers 15. Einst fühlten sie sich gesegnet durch die Anwesenheit von Paulus, aber nicht länger. Sie waren einst bereit gewesen, ihre Augen auszuzupfen, aber Aufopferung hatte sich zur Ablehnung verändert. Was könnte diese drastische Änderung verursacht haben?

Die Antwort wird in Vers 16 gefunden. Paulus wurde zum Feind der Galater, indem er ihnen die Wahrheit sagte. Ich nehme an, daß dieses bedeutete, daß Paulus zu den Christen Galatern gesprochen oder geschrieben hatte, nachdem er von der Täuschung und von der Störung gehört hatte, die durch die Judenmacher verursacht wurde. Er machte sie auf ihre Fehler aufmerksam, als er von ihrer Verlockung zur tatenorientierten Rechtschaffenheit der Judenmacher hörte. Hier ist echte Ironie. Paulus wurde warm empfangen wegen der Wahrheit, jetzt wurde ihm die kalte Schulter wegen der Wahrheit gezeigt.

Verse 15 und 16 erklären den Grund für das abnehmende Verhältnis zwischen Paulus und den Heiligen Galatern. Paulus bestand darauf, die Galater mit der Wahrheit zu verfolgen, während die Galater, dumm den Judenmachern folgten, welche die Wahrheit verleugneten.

Künstliche oder Echte Freundschaft (4:17-18)

17 sie eifern sich um euch, aber nicht empfehlenswert, sondern sie möchten euch ausschließen, damit Ihr nach ihnen eifert. 18 aber es ist gut, immer auf empfehlenswerte Weise gefragt zu sein, und nicht nur wenn ich bei euch anwesend bin.

Die Galater wurden durch die schmeichelnden Worte und subtilen Drohungen beschwindelt, den Judenmachern zu folgen. Die Judenmacher suchten, einen Keil zwischen Paulus und die Heiligen Galatern zu treiben, indem sie diese zu einem anderen Evangelium umdrehten. In Vers 17 bezieht das Pronomen sie auf die Judenmacher, welche die Galater verfolgten, obgleich ihre Verfolgung auf unreine Wünsche und Methoden basierte. Im Grunde war ihr unreines Verlangen, diese Christen umzuwandeln, arglistig.

Sie erinnern sich daran, daß unser Herr strenge Worte hatte, zur Zurechtweisung der Schriftgelehrten und Pharisäer, welche dieselben waren wie die Judenmacher: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, Ihr reist über das Meer und Land, um einen Bekehrten zu machen; und wenn er einer geworden ist, macht ihr ihn einen Sohn der Hölle zweifach wie ihr selbst(Math. 23, 15.)

Der Eifer der Judenmacher, in der Verfolgung der Heiligen Galater, schmeichelte und muß eine bedeutende Rolle gespielt haben, in der (3, 1) Verzauberung dieser naiven Neubekehrten. Der Anklang zu den Galatern musste ähnlich gewesen, zur Schmeichelung, die eine Kirche fühlt, wenn der Nationalrat der Kirchen sie um Unterstützung betet. Bestand irgendein Gefühl der Akzeptierung in dieser Verfolgung? Paulus stellt zur Frage, die Echtheit dieser Motive (und ich vermute die Methoden) der Judenmacher, verglichen mit seinen eigenen. Paulus lädt andere ein, die Galater auszusuchen, aber nur, wenn sie reine Motive haben.

Die Motive der Judenmacher waren nicht frei gegen Vorwürfe. Als die Wortführer und Befugten der Judenmacher, suchten sie, heidnische christliche Galatern unterwürfig zu machen, um sie vom Judentum auszuschließen. Der direkte Zugang zu Gott, der durch Christus zur Verfügung gestellt wurde, wurde folglich für die vermittelnde Rolle der Judenmacher, eine dünn verschleierte Rückkehr zum priesterlichen System der alten Vereinbarung, geopfert.

Leider ist diese gleiche Mentalität heutzutage in christlichen Kreisen nur zu offensichtlich. Einige Christen suchen Führungsrollen, damit sie über andere herrschen können und ihnen zu befehlen, was zu tun und wie es gemacht werden muss, unter Verkleidung biblischer Führung. Einige Ehemänner missbrauchen ihre biblische Verantwortlichkeit in ihren Heimen und machen aus ihren Frauen virtuelle Schachfiguren. Andere, unter dem Kennzeichen Jünger- Macher fabrizieren Abhängigkeitsverhältnisse, um andere unter ihrem Daumen zu haben. Lasst uns gegen diese Haltung schützen. Sie herrscht in der Kirche unseres Herrn vor, sowie in der Welt, nur frömmer ausgeübt.

Paulus suchte die Galater auch so, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen. Er wünschte, sie Nachfolger von Christus, nicht des Menschen zu machen. Er wünschte, dass sie es Gott recht machen wollten und nicht dem Menschen. Paulus’ Abwesenheit, glaube ich, war nicht nur eine bedauerliche Notwendigkeit aber auch eine Grundsatzfrage. Er ging weg, damit diese neuen Gläubigen nicht zu sehr von ihm abhängig werden konnten. Leider, in seiner Abwesenheit, suchten die Galater nach anderen Führern und die Judenmacher ergriffen diese Gelegenheit, um ihre Autorität zu gründen.

Einer der Gründe, warum die Galater den Judenmachern folgten, ist die subtile aber all zu häufige Tatsache des geistigen Lebens: Christen wünschen nicht nur einen sichtbaren Beweis der Anwesenheit unseres Herrn, aber wünschen auch sichtbare Beweise Seiner Führung. Machthungrige Menschen, wie die Judenmacher, ergriffen häufig die Führung. War es nur Zufall, dass das goldene Kalb in der Abwesenheit von Moses geschaffen wurde? War es zufällig, dass die Israeliten einen König wie alle anderen Nationen verlangten? Ich denke nicht.

Paulus deutete durch seine Aussage am Ende von Verse 18 an, dass er noch lobenswert nach den Galatern suchte, indem er diese Epistel schrieb. Er wünschte, daß die Galater dieses begreifen könnten. In seiner Abwesenheit hatten die Judenmacher einen festen Stand gewonnen, und angeboten, was schien, ein höheres Niveau von Geistlichkeit zu sein. Sie waren folglich im Verstand der leichtgläubigen Galater qualifiziert, geistige Führer zu sein. Paulus war nicht beunruhigt, dass die Galater anderen Menschen wie ihm folgten, aber dass die Motive und die Botschaft der Judenmacher falsch waren. Wenn die Galater Paulus ablehnten, lehnten sie auch das Evangelium ab, das er predigte.

Feurige Freundschaft (4, 19-20)

Meine Kinder, euretwegen erleide ich wieder Geburtswehen, bis Christus in euch geformt ist- 4,20 ich wünschte aber, jetzt bei euch anwesend zu sein, und meinen Ton zu ändern, denn ich bin euretwegen perplex.

Nicht wie in anderen Textstellen, die Paul in dieser Epistel geschrieben hat, dieser Abschnitt ist kein fest gesponnenes Argument, das zu einer exakten Zusammenfassung führt. Die Stimmung ist nicht streitsüchtig, aber eher ein Aufruf zu den Galatern, auf der Grundlage eines gebrochenen Herzens. Seine Autorität als Apostels liegt nicht diesem Aufruf zugrunde, aber eher die Qual einer Mutter für ihr missratenes Kind. Meine Kinder, euretwegen erleide ich wieder Geburtswehen, bis Christus in euch geformt ist- 4,20 ich wünschte aber jetzt bei euch anwesend zu sein und meinen Ton zu ändern, denn ich bin euretwegen perplex (Galater 4,19-20.)

Paulus hat sich anderswo in mütterlicher Sprache ausgedrückt und die Wahrheit und Liebe betont, gegenüber denen die er betreute (1 Thes. 2, 7.) In dieser Textstelle ist es jedoch die Qual des Herzens einer Mutter, dass Paulus sucht, diesen ungehorsamen Galatern verständlich zu machen. Paulus’ Schmerz ist, als ob er noch einmal geistige Geburt zu diesen, seinen Kindern gab. Er hatte Vers 19 begonnen, mit einer Andeutung zu seinen Lesern als Kinder. Paulus fährt fort mit dieser Schilderung, verwendend das Gleichnis eines Geburtsprozesses und den Schmerz, den eine Mutter durchmacht, um ihr Kind ins Leben zu bringen. Paulus hatte einst solche Schmerzen durchgemacht (Röm. 4, 13-14, 2 Tim. 3, 10-12; CP, 2 Kor. 6, 1-10), aber jetzt verursachte ihm die Dummheit der Galater, unnötigerweise diesen Schmerz wieder zu erleiden.

In Vers 19 ändert Paulus die Schilderung etwas und benützt einen Ausdruck, (bis Christus in euch geformt ist“), der für die Entwicklung des Fötusses in der Gebärmutter der Mutter verwendet wurde. Gerade wie sich ein Kind in der Gebärmutter entwickelt, zur Begabung, welche zur Zeit der Empfängnis vorherbestimmte wurde, so wächst auch der Christe, den Christus gerettet und zu einer gewissen Existenz vorherbestimmt hat. Die Galater hatten sich an ein anderes Evangelium gewandt und dadurch ihren Wachstumsprozess unterbrochen, welches den Schmerz von Paulus verursachte. Lasst sie zum Evangelium zurückkehren, gepredigte Paulus, und laßt sie werden, was nur Gnade alleine aus ihnen machen kann.

Der letzte Vers (V. 20) entblößt das Leidbetroffene Herz von Paulus sogar noch mehr. Er drückt seinen Wunsch aus, dass er mit seinen Kindern sein und mit ihnen zart sprechen könnte. Jedoch kann er ihnen nur in diesem Brief erklären, wie verwirrt und verwundet er ist, über, was aus ihnen geworden ist. Wenn sie noch die Liebe besitzen, die sie einmal für Paulus hatten, sein Schmerz würde sie zum Halten bringen. Dann müssten sie ihre Entscheidung neu erwägen, anderen Lehrern zu folgen deren Botschaft konträr ist, zu der welche sie gerettet hatte.

Zusammenfassung

Dieser Abschnitt bereitet uns mit einigen Prinzipen, die uns in unserer Antwort leiten sollte, zu denen, die wie die Galater beschlossen haben von der Wahrheit abzuweichen.

Paulus’ Sanftheit und Gnade ermöglicht die Galater zu bereuen und zum Glauben zurückzukehren, den sie einst in Liebe gehalten hatten. Die Sanftheit und Wärme, die Paulus in Galatien verkündete, ist gleichbleibend, mit was er in 2 Timotheus verlangte:

Aber lehnt dumme und unwissende Spekulationen ab, denn Ihr wisst, dass sie Streitigkeiten hervorbringen. Und der Leibeigene des Herrn darf nicht streitsüchtig sein, sondern zu allen freundlich; fähig zu unterrichten, geduldig, wenn er geschädigt wird, dass Gott ihnen möglicherweise Bereuung gewähren wird, die zum Wissen der Wahrheit führt, und ihre Meinung ändern wird, damit sie der Schlinge des Teufels entkommen, in welcher sie in Gefangenschaft waren, um seinen Willen auszuführen. (2 Tim. 2, 23-26.)

Indem er so leicht und gnädig mit diesen irrenden Brüdern umging, versuchte Paulus ihre Rückkehr zur Wahrheit so einfach zu wie möglich zu machen.

(2) Sanft und gnädig zu sein, heißt, nicht weich gegenüber Sünde zu sein. Obwohl dieser bestimmte Abschnitt warm und liebevoll ist, müssen wir uns an den Zusammenhang erinnern, der einige sehr starke Worte der Zurechtweisung enthielt (zum Beispiel, Ihr dummen Galater in V. 3.) Zu häufig, im Namen der Gnädigkeit, Fehler im Leben anderer werden entweder minimiert oder vage behandelt. Dieses war nicht die übliche Handlungsweise von Paulus. Die Wärme und Weichheit dieses Abschnitts ist eine Art Ausgleich für die Härte der anderen. Härte und Sanftheit und nicht nur der aktuelle Titel eines Buches; es ist die Weise, mit welcher Paulus die Sünden im Leben von denen behandelte, die er liebte.

(3) Paulus war streng, da er eine tiefliegende Liebe für die Galater hatte. Einige Christen scheinen zu denken, daß Liebe nie streng sein sollte, aber nur zart. Ich verstehe von unserem Abschnitt, dass die tiefe Liebe von Paulus, für die Galater, viele seiner Beweggründe für das Schreiben dieser Epistel bereitete und für sein offenes ansprechen der Dummheit, den Judenmachern zu folgen. Ihr werdet euch erinnern, im Buch der Sprüche, dass ein Elternteil, der nicht sein Kind diszipliniert, beschrieben ist, sein Kind zu „hassen“ (Spr. 13, 24.) Wer liebt, diszipliniert. Dieses ist auch der Punkt des Verfassers zu den Hebräern, in Kapitel 12, wo er seine Leser informiert, dass Züchtigung ein Beweis von Sohnschaft und der tiefen und immerwährenden Liebe Gottes im Leben seiner Kinder ist. Der Grund warum die Kirche so häufig versagt, Sünden zu behandeln, ist, dass sie die Art der Liebe mangelt, die entscheidend fungiert. Die Liebe, die die Anhänger motiviert, macht es auch leichter, Disziplin zu empfangen und zu ertragen.

(4) Dieser Abschnitt entblößt die Kraft persönlicher Verhältnisse. Wir erwarten, dass biblische Lehre eine entscheidende Auswirkung auf das Leben von denen hat, die von der Wahrheit des Wortes Gottes abgewichen sind, und mit Recht so. Galater 3 und 4 sind sehr dogmatisch. Unser bestimmter Abschnitt dient, uns an den gewaltigen Einfluss eines persönlichen Verhältnisses zu erinnern. Persönliche Verhältnisse neigen zu fragmentieren, angesichts ernsthafter dogmatischer Abweichung, aber Paulus nützt seine persönlichen Verhältnisse, im Versuch zur Wiederherstellung im Glauben zur Wahrheit, von eigensinnigen Heiligen.

Unser Herr lehrte denjenigen, in Mathias 18, die von einem gewissen Problem bewusst waren, zu versuchen, diese Angelegenheit wieder richtig zu stellen. Ist es nicht höchstwahrscheinlich, dass die, die den Sünder zuerst konfrontieren, ihn am besten kennen, deren Verhältnis mit ihm das stärkste ist? Wenn persönliche Verhältnisse eine leistungsfähige Kraft im Leben anderer Christen sind, können wir verstehen, warum Gesellschaft ein so lebenswichtiger Faktor im Leben der Kirche ist. Gesellschaft ist eine sehr starke Bindung, die es schwer macht, für den eigenwilligen Heiligen, jene zu verlassen die er liebt und die ihn lieben.

Wie ich die Heilige Schrift verstehe, sollte die Bindung der Gesellschaft zwischen Gläubigen nicht gebrochen werden, es sei denn, ein Bruder ist schuldig von einer ernsthaften Handlung und lehnt nach seiner Zurechtweisung Bereuung ab. Nur dann sollten wir die Gesellschaft mit solch einem abbrechen. Deshalb wird Kirchedisziplin als eine sehr bedeutende Tätigkeit angesehen, denn sie beendet die Gesellschaft der Christen, von dem, der beschlossen hat, sich wie ein Ungläubiger zu benehmen.

Dieses hilft mir auch zu verstehen, warum Paulus so stark zur Heuchelei von Peter, im zweiten Kapitel von Galater reagierte. Kirchedisziplin resultiert schließlich im abbrechen der Gesellschaft mit dem eigensinnigen Heiligen, einschließlich der Intimität an einer gemeinsamen Mahlzeit teilzunehmen (CF. 1 Kor. 5, 11.) Wenn Petrus aufhörte mit den Heiden zu essen, lehnte er in Wirklichkeit ab, auf die Christen Heiden als Gläubige zu beziehen und verweigerte folglich das Evangelium. Persönliche Verhältnisse sind im Leben der Kirche extrem bedeutend.

(5) Fünftens, werden wir an die Macht der Wahrheit des Wortes Gottes erinnert. Es war die Wahrheit, die Paulus predigte, welche die Galater rettete und zum warmen Empfang von Paulus durch die Galater führte, obwohl seine Krankheit ihn abstoßend machte. Es war die Wahrheit, welche Paulus und die Galater, Juden und Heiden, zusammen in einen Körper verbunden hatten. Wahrheit war die Grundlage für reale Einheit. Jede mögliche Einheit, die ihre Augen zur Wahrheit schließt, ist menschlich erfunden und nicht göttlich.

Die Wahrheit des Evangeliums ist mächtig und fähig Menschen zu retten. In Römer 1, 16, Paulus spricht vom Evangelium als, die Macht Gottes zur Rettung. Die Wahrheit des Evangeliums zu pervertieren, ist eine höchst ernsthafte Handlung und führt zu entsetzlichen Konsequenzen. Kein Wunder, Paulus hatte solche starke Worte über die Judenmacher zu sagen(CF. 1, 6-10.) Menschen werden nicht durch den Botschafter, noch durch die Überzeugungskraft seiner Methoden, sondern durch die Wahrheit der Botschaft gerettet (CF. 1 Kor. 1, 17, 21; 2, 3-5; 2 Kor 2, 17.) Offen gesagt, heute ist zu viel Hauptgewicht auf Methoden gelenkt und nicht genug auf der Botschaft. Dem Botschafter wird zu viel Aufmerksamkeit geschenkt und zu wenig zur Botschaft.

Was ist ihre Ausrede, warum sie nicht ihren Glauben mitteilen? Sind Sie, wie Moses und entschuldigen sich, weil Sie nicht kräftig und überzeugend reden können? Die Macht ist in der Botschaft, nicht im Botschafter. Es ist die Wahrheit, die den Menschen rettet. Wenn das Evangelium von Paulus Menschen retten konnte, selbst wenn das persönliche Aussehen von Paulus beleidigend und abstoßend war, rettet das Evangelium Menschen heute nicht, trotz der Schwächen des Botschafters? Dieser Abschnitt streift alle unsere schwachen Ausreden hinweg, warum wir nicht unseren Glauben mitteilen, denn die Macht Gottes ist untrennbar mit der Wahrheit verflochten.

Das Prinzip der Macht, der Proklamation der Wahrheit Gottes, trifft auf mehr als Evangelismus zu. Leider sind wir so bewusst geworden, von den Methoden und Menschen, dass wir die Macht und Botschaft des Wortes Gottes herabgesetzt haben. Wir sind hypnotisiert, durch den Zauber und das Funkeln der Fernsehenprogramme und -prediger, daß wir es schwierig finden, die Botschaft anzunehmen, es sei denn, der Kurier ist anziehend und bezaubernd. Lasst uns erlernen, mehr Aufmerksamkeit zur Botschaft zu schenken und weniger zum Botschafter.


71 Ich glaube, Cole verpasste gänzlich die Worte von Paulus, wenn er sie in der NEB quotierung übersetzte: “Stellt euch auf meinen Platz … denn ich habe mich auf euren gestellt.” R. A. Cole, The Epistle of Paul to the Galatians (Grand Rapids: Wm. B. Eerdmans Publishing Company, 1965), SS. 120-121. Ebenso unhaltbar ist seine angedeutete Formulierung, “Seit so offen und liebevoll mit mir, wie ich immer zu euch gewesen bin” (S. 121). Zu seinem Kredit, Cole fängt mit einer buchstäblichen Übersetzung an, “Seid we ich, so wie auch ich zu eurem Ebenbild wurde” (S. 120.)

72 Die “körperliche Krankheit”, von welcher Paulus hier spricht, war die Ursache vieler Spekulationen. Einige der Moeglichkeiten unter Debatte waren, Optalmia (Augenkrankheit), Epilepsie, und Sumpffieber. Ich übereinstimme mit F. F. Bruce, der folgert:

“Die Tatsache, dass solche unterschiedliche Krankheiten, wie Sumpffieber, Epilepsie und Optalmia, (geschweige andere), vorgeschlagen wurden, auf der Basis dieser Textstelle, zeigt an, dass es keine sichere Diagnose gibt. Die Gebrechlichkeit könnte eine dieser drei vorgeschlagenen sein, oder es könnte auch etwas ganz anderes sein; es könnte gleichbedeutend sein mit dem „Splitter“ von 2 Kor. 12, 7, oder nicht. ” F. F. Bruce, Commentary on Galatians (Grand Rapids: William B. Eerdmans Publishing Company, 1982), S. 209.

Die Natur dieser Krankheit macht heute keinen Unterschied. Die Galater wussten sehr gut was es war. Was wir wissen (das ist alles das notwendig ist zu wissen), ist, dass diese Krankheit Paulus nicht nur unansehlich machte, sondern auch abstossend, so dass die natürliche Einstellung der Galater war, ihn abzulehnen, als er zu ihnen kam.

73 Wenn Paulus von seinem Besuch sprach “das erste mal”, in Vers 13, der griechische Ausdruck, den er benützte, könnte auf einer von zwei Möglichkeiten gedeutet werden: (a) eine etwaige technische und speziefische Bedeutung, äquivalent zu “der erste von zwei Besuchen”; oder (b) eine etwaige gewöhnliche “ehemalig,” ohne spezifischen Bezug, ob oder nicht, andere Besuche vorausgingen. Der Grund warum diese Angelegenheit debattiert und diskuitiert wird, ist, dass die Übersetzung dieses Ausdruckes debattiert ist, weil es die Lage der Galater Kirchen beeinflusst, (die “nördliche” oder “südliche” Galater- Theorie), so wohl als auch die Datierung der Epistel. In Wirklichkeit, eher als die Übertragung zu entscheiden, welche Anschauung ein Gelehrter unterstützt, die Anschauung neigt die Übertragung zu bestimmen.

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