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Die Minderwertigkeit der Unreife (Galater 4:1-11)

Einleitung

Diese Woche, unsere Tochter Beth graduiert von der High School, ein Ereignis, welches das Ende eines langen und erschöpfenden Prozesses kennzeichnet. Freitagabend feiern wir, was herkömmlich “Abschlussfeier” genannt ist. Die Bezeichnung “Abschlussfeier” bezieht sich auf einen Anfang, nicht auf einen Abschluss und weist darauf hin, dass eine ganz Neue Welt für den High School Absolventen voraus liegt. Beth wird zur Hochschule weggehen. Dieses bedeutet mehr Freiheit für sie, zusammen mit größerer Verantwortlichkeit. Sie wird nicht mehr von ihren Eltern ermahnt, ihre Schularbeit zu erledigen oder ihr Zimmer aufräumen. Schulabschluss ist auf viele Weisen die Realisierung eines langerwarteten Ereignisses, welches von größeren Herausforderungen und Gelegenheiten gefolgt wird.

Es gibt jedoch andere Gefühle, die mit Schulabschluss verbunden sind. Schulabschluss ist nicht nur ein Anfang, aber auch ein Endpunkt. Der Schulabschluss von Beth ist die Kulmination von zwölf langen Jahren der geforderten Ausbildung, von Bezeichnungspapieren, Tests und solchen Sachen wie wissenschaftliche Ausstellungsprojekte. Es bedeutet auch, bestimmte Verhältnisse hinter sich zu lassen. Während es gelegentliche Klassenwiedervereinigungen gibt, in Wirklichkeit wird sie einige ihrer Klassenkameraden nie wieder diesseits des Himmels sehen (und aus schmerzhaft offensichtlichen Gründen, einige überhaupt nie wieder.) Schulabschluss kennzeichnet auch das Ende des sorgenfreien Lebens, für welches die Eltern die meisten Verantwortlichkeiten übernommen hatten. Nun werden Beth und andere in ihrer Klasse zum planen anfangen und sorgfältig darüber nachdenken, wie man ein ausreichendes Einkommen für den Lebensunterhalt erlangen kann.

Jetzt, aber noch viel mehr in den kommenden Tagen, wird Beth nostalgisch auf ihre High School Tage und Jahre zurückschauen und sich sehnen dahin zurückzukehren. Sie, wie die meisten von uns, wird die Härte und die Beschränkungen vergessen und sich nur an die sorgenfreie Lebensfreude ohne den meisten Verantwortlichkeiten erinnern. Dieses ist eine allgemeine Erfahrung für den Menschen. Romane und Filme drehen sich um dieses Thema, die Zeit zurückzudrehen, und zu jenen goldenen Tagen der Vergangenheit zurückzukehren. Im Alten Testament finden wir die Israeliten, die sich nach Befreiung von ihren grausamen Zuchtmeistern sehnten, aber bald wieder nach Ägypten zurückkehren wollten, wenn sie den Schwierigkeiten des Lebens gegenübergestellt wurden.

Die Judenmacher in Tagen von Paulusus wollten auch zur Vergangenheit zurückgehen und wollten die Heiligen heidnischen Galater mitnehmen. Sie malten ein prachtvolle Szene des Lebens, wie es einst unter der Alten Testamentverteilung des Gesetzes bestand. Während sie bereit waren, zuzugestehen, dass Glaube in Christus zur Rettung notwendig war, war er alleine unzulänglich, und folglich muss das Gesetz außerdem hinzugefügt werden (CF. Apost. 15, 1,5; Gal. 3, 1-5.)

Das “andere Evangelium” (CF. Gal. 1, 6-10) welches die Judenmacher predigten, führte zu einen Angriff auf die Apostelwürde von Paulus, der ihnen zuerst Christus als gekreuzigt predigte, welches in ihrer Rettung resultierte(CF. 3, 1-5.) In den ersten zwei Kapiteln von Galater, Paulus verteidigte sein Evangelium und seine Apostelwürde. Seine Rettung und Wachstum als Christe war von Menschen und besonders von den berühmten Aposteln in Jerusalem zum größten Teil unabhängig (1, 13-24.) Dennoch nahmen sie Paulus, seinen Dienst und seine Botschaft von ganzem Herzen auf, wie es dadurch angedeutet ist, dass sie ihm die “rechte Hand der Genossenschaft” reichten (2:9) und die Judenmacher ablehnten, die beharrten, dass Titus beschnitten sein müsste (2:3-4.) Wenn Petrus im Gegensatz zum Evangelium handelte, tadelte Paulus ihn öffentlich (2, 11-21.) Paulus könnte kaum beschuldigt werden ein Menschenrechtmacher zu sein, dessen Evangelium den Launen der Menschen schmeichelte (CF. 1, 10-11.)

In Galater 3 fing Paulus an, sein Evangelium in seinen Einzelheiten zu verteidigen. Es war Paulus’ Evangelium der Rettung, durch Glauben alleine, abgesehen von Gesetzeswerken, das die Erhaltung des Heiligen Geistes für die Galater ergab, zusammen mit Seinen fortwährenden wunderbaren Zeugnissen der Energie (3, 1-5.) Auch Abraham, der “Vater des Glaubens”, wurde durch Glauben in die Versprechen Gottes gerechtfertigt, und folglich werden alle Menschen zum Samen von Abraham, indem sie an Seine Versprechen glauben(3, 6-9.) Das Gesetz kann nicht den Segen hervorbringen, den Gott zu Abraham versprach, sondern nur verfluchen, denn der Mensch kann das Gesetz nicht fehlerfrei einhalten (3, 10-12.) Dieser Fluch, der auf allen Männern ruht, kann nicht die Erfüllung der Versprechen Gottes verhindern, denn Christus selbst hat den Fluch des Gesetzes getragen, indem Er auf das Kreuz genagelt wurde(3, 13-14.) Außerdem ging die Abrahamische Vereinbarung der Mosaischen Vereinbarung voraus und hat dadurch Vorrang, denn eine spätere Vereinbarung, kann nicht eine Vereinbarung die vorher bestätigt wurde ändern oder abschaffen (3, 15,17.) Da die Versprechung zu einer spezifischen Person - Christus gemacht und durch Ihn vollendet wurde, wurde dieses zweifellos vollendet, da Er der Sohn Gottes ist (3, 16.)

Das Gesetz hatte einen Zweck in der Erfüllung der Versprechen Gottes zu Abraham. Das Gesetz machte das Problem der Sünde schmerzhaft offensichtlich. Das Gesetz definierte Sünden und wirklich verursachte die Multiplizierung der Sünden, damit es nicht abgeleugnet werden könnte. Der Zweck des Gesetzes war jedoch provisorisch und sollte nie dauerhaft sein (3, 19.) Das Gesetz war nicht in Opposition zu den Versprechen Gottes, denn diese Verteilung wies den Menschen auf die Versprechen hin und zeigte ihnen, dass jedes andere Mittel, anders als Glauben, vergeblich ist. Das Gesetz setzte sich nicht dem Glauben entgegen, sondern bereitete vor und förderte Glauben als die einzige Möglichkeit zum Empfang des versprochenen Segens Gottes durch Abraham (3, 22-24.) Da das Gesetz provisorisch und vorbereitend war, nach der Ankunft von Christus wurde es beiseite gesetzt, und es hörte folglich auf, die alten Unterscheidungen zwischen Juden und Heiden zu treffen, welche die Grundlage für den Stolz und Eifer der Judenmacher waren.

Von Versklavung, zum Nachkommenstatus (4, 1-5)

1, jetzt sage ich, solange der Erbe ein Kind ist, wird er nicht von einem Sklaven unterschieden, obwohl er Besitzer von allem ist, 2, aber er ist unter Vormunden und Verwaltern, bis zur Zeit, die durch den Vater festgelegt ist. 3 so waren auch wir als Kinder unter der Knechtschaft der elementaren Sachen der Welt. 4 wenn aber die Völle der Zeit kam, Gott sandte seinen Sohn, durch eine Frau und unter dem Gesetz geboren, 5 damit er die, die unter dem Gesetz stehen einlösen würde, damit wir die Adaption als Söhne empfangen könnten.

In Kapitel 3 hat Paulus, aus biblischem und theologischen Gründen, die Überlegenheit der Gnade gegenüber dem Gesetz, den Empfang des Segens Gottes durch Glauben, im Vergleich zum Fluch hergestellt, der durch Gesetzeswerke kommt. Er versucht jetzt diese Wahrheit zu schildern und anzuwenden, indem er eine weithin bekannte Praxis der alten Welt schildert, das Beispiel eines Erbens der vollmündig wird, damit er sich an allem erfreuen könnte was ihm gesetzlich gehört, was aber bisher außerhalb seiner persönlichen Kontrolle gewesen ist.62

Hier bezieht Paulus auf römischen legalen Prozess, der zu ihm und seinen Lesern weithin bekannt war.63 Entsprechend römischem Gesetz war der Erbe unter der Aufsicht eines Tutors bis zum Alter von 14. Dieser Privatlehrer wurde vom Vater ernannt und in sein Testament eingetragen. Vom Alter 14 bis 25 war der Erbe unter einem Kurator, mindestens manchmal vom Vater ernannt. Tutor und Kurator waren nicht notwendigerweise ein Vergleich mit Paulus’ “Privatlehrer” und “Verwalter” (4, 2.) Es kann sein, dass der “ Privatlehrer” verantwortlich für das Kind war, während der “Verwalter” in der Steuerung des Besitzes des Kindes verantwortlich war.64 Wenn der Erbe das Alter von 25 (oder das vom Vater vorherbestimmtet Alter) erreichte, erhielt er dann die vollen Privilegien seines Besitzes. Bis diese Zeit kam, war der Erbe in der frustrierenden Lage, im Besitz der Erbschaft seines Vaters zu sein, ohne es wirklich genießen zu können.

Unser Rechtssystem legt einen Besitz in die Hände eines Verwalters, bis das Kind mündig ist, mit einer bestimmten Menge Kapital, die während der Kindheit bereitgestellt wird, sowie es vom Vater vorgeschrieben ist. Wir können uns die Beschränkungen eines “Erben” in den Tagen von Paulus kaum vorstellen, wo jemand ihm sagen würde was er tun und nicht tun kann und ein anderer, der sein Geld für ihn ausgibt. Am Nähesten kommen wir zu dieser Erfahrung mit der Bundesregierung. Das Finanzamt nimmt eine bestimmte Summe unseres Einkommens als Rücklage gegen projizierte Steuern, selbst wenn wir viel oder die ganze Summe zurückbekommen werden. Bis die Regierung sich entscheidet, uns unser Geld zurückzugeben, gehört es der Regierung.

Die Beschränkungen eines Erbens zu Alten Zeiten waren größer. Könnt ihr euch das Gefühl vorstellen, wenn ein junger Mann, der praktisch ein Millionär ist, und trotzdem kann er nicht mit seinem Geld machen was er will? In jeder Beziehung war der Erbe von dem Sklaven nicht zu unterscheiden, denn er empfing nur was der “Vormund” und “Verwalter” bestimmten ihm zu geben (4, 1.)

In Versen 3-5, bildet Paulus die Analogie zum Status der Juden, die unter dem Gesetz lebten. Der “Erbe” unter römischem Gesetz hatte rechtlichen Besitz des Reichtums seines Vaters, trotzdem er es nicht besaß oder genießen konnte. So auch hatten die Juden die Versprechungen Gottes zu Abraham, dennoch waren sie noch nicht verwirklicht oder genossen. Genauso wie der römische “Erbe” unter den Vorschriften des “Privatlehrers” und “Verwalters” war, der Israelit war unter dem Gesetz, mit all seinen Beschränkungen und Vermittlungen. Das Ende beider vorbereitenden Zeitperioden wurde durch den Vater bestimmt. Für den “Erben” war es das Alter, das durch das römische Gesetz festgelegt wurde oder vom Vater spezifiziert war.65 Für den Gläubigen endete die Vormundschaft des Gesetzes an einem bestimmten Zeitpunkt, wenn der Vater bestimmte, dass der Sohn auf die Erde kommen würde um die gefallenen Menschen zu erlösen.

Der Ausdruck “elementare Sachen der Welt” in Vers 3 ist die Ursache beträchtlicher Diskussionen gewesen. Bruce kommentiert:

“Das Wort stoicheia bedeutet hauptsächlich, Sachen nebeneinander in eine Reihe aufzustellen; Es wird von den Buchstaben des Alphabetes, das ABC verwendet, und dann, da das Lernen des ABC die erste Lektion einer literarischen Ausbildung ist, kam es zur Bedeutung ‚Anfangsgründe’ erste ‚Grundregeln’ (wie in Heb. 5, 12.)66

Ich sehe die Bezeichnung, wie sie hier verwendet wird, nicht hauptsächlich von technischer Bedeutung, wie es einige vorgeschlagen haben. Paulus versucht, den Vorteil von Reife, im Vergleich mit den Beschränkungen der Unreife zu zeigen. Die Grundregeln, unter denen ein Kind zurückgehalten und geregelt wird, werden passend als “grundsätzlich” bezeichnet. Diese “grundsätzlichen Prinzipen”, dieses ABC, wurden Gott sei Dank beiseite gestellt und durch etwas viel besseres ersetzt.

Paulus scheint hier spezifisch von den Juden zu sprechen, wie durch die Bezeichnung “uns” in Vers 3 angedeutet und in Vers 5 wiederbetont ist, “jene unter dem Gesetz”.67 Christus wurde zur Erde gesandt, als jemand “geboren von einer Frau” (4, 4.) Dieses war notwendig, um die Versprechung von Genesis 3, 15 zu erfüllen und war auch ein notwendiger Teil der Inkarnation, damit Christus für Menschen als Mensch sterben konnte. Zusätzlich wurde Christus “unter dem Gesetz” geboren (4, 4), damit er den Fluch des Gesetzes auf Sich nehmen konnte und den Menschen zu ermöglichen, den Segen zu empfangen, den Gott den Nachkommen Abrahams versprach (2, 13-14.) Die “Adaption als Söhne” (4, 5) ist der Genuss der Versprechungen Gottes zu Abraham und das vorübergehen der Beschränkungen und des Gesetzes, zur Fülle und zur Freiheit der Gnade.68

Die Beziehung der Heiden (4, 6-11)

6 und da ihr Söhne seid, hat Gott den Geist Seines Sohns in unsere Herzen gesandt, der ruft, “Abba! Vater!”. 7 folglich seid ihr nicht mehr Sklaven, aber Söhne; Und wenn Söhne, dann Erben durch Gott. 8 jedoch zur Zeit, wenn ihr Gott nicht kannte, ward ihr Sklaven derer, die von Natur keine Götter sind. 9 aber nun, da ihr Gott anerkannt habt, oder eher, da Gott euch anerkannt hat, wie kommt es, dass ihr euch wieder umdrehen wollt, zu den wertlosen elementaren Dingen, zu denen ihr wünscht wieder versklavt zu sein? 10 Ihr beachtet Tage und Monate und Jahreszeiten und Jahre. 11 Ich fürchte für euch, dass ich möglicherweise vergeblich um euch geschuftet habe.

Paulus hatte vorher unterrichtet, dass Sohnschaft nicht nur zu den Juden, aber auch zu Heiden kam. Während Einzelheiten nicht identisch sind, ist der Prozess durch den die Heiden zum Glauben kommen, dem der Juden ähnlich, und folglich ähnlich der Analogie des “Erben” unter römischem Gesetz, das Paulus in Versen 1 und 2 beschrieben hat. In Versen 6-11 vergleicht Paulus die Sohnschaft der Heiden mit derer der Juden und betont die Dummheit, zu versuchen, sich unter das Gesetz zu stellen, worauf die Judenmacher drängten.

In Vers 6 erweitert Paulus seinen Hinweis auf den Vorteil der Sohnschaft, die den christlichen Heiden-Galatern gehört. “Ihr” (4, 6) bezieht spezifisch auf die Galater, gerade wie “wir” (4, 3,5) auf die Juden bezieht.69 Der Beweis von Sohnschaft ist das Ministerium des Heiligen Geistes, der uns veranlasst, auf Gott als Vater zu reagieren und zu beziehen. Dieses Ministerium des Geistes bestand nicht unter dem Gesetz im Alten Testament.

Da die Christen Galater den Heiligen Geist besaßen (CF. 3, 1-5), der Geist der Adaption (4, 6; Röm. 8, 15-17), waren sie ihrer Sohnschaft gerades so sicher wie die jüdischen Heiligen. Da sie Söhne waren, konnten sie nicht mehr Sklaven sein. Noch besser, sie waren auch “Erben” der Versprechungen zu Abraham (4, 7.)

Während die Juden nicht besser als Sklaven waren, unter der Verteilung des Gesetzes (4, 1), waren die Heiden wirklich in Knechtschaft zu den elementaren Prinzipen. Diese elementaren Prinzipen hingen irgendwie mit der falschen Götzenanbetung zusammen “keine Götter” (4, 8; CF., 1 Kor. 12, 2; Eph. 2, 1-3.) Wie dumm es sein würde, wenn sie zu den “elementaren Dingen zurückkehren würden”, die Paulus hier “schwach” und “wertlos” nennt (4, 9.)

Das Verhältnis zwischen “elementaren Dingen” von Vers 9 und Vers 3, sind für biblische Gelehrte verwirrend. Jedoch, während die Einzelheiten nicht sicher sind, der Punkt ist klar. Juden und die Heiden, in der Vergangenheit, lebten beide unter “elementaren Dingen”. Sie würden dumm sein, weder Juden oder Heiden, die besseren Dinge von Christus zu verlassen, um zu den “elementaren Dingen” ihrer Vergangenheit zurückzugehen. Ich glaube, dass Paulus versuchte, die Galater zu überzeugen, dass es dumm sein würde für einen Juden zu den “elementaren Dingen” des Gesetzes zurückzukehren, es würde sogar dümmer sein, wenn ein Heide versuchen würde unter dem Gesetz zu sein. Beide kamen in Christus zum Besitz etwas besseres —Verzeihung und Freiheit, erhalten in Gnade durch den Glauben und nicht durch Gesetzeswerke. Wenn die Heiden die “elementaren Dinge” des Judentums suchen, ist so dumm, wie zu den “elementaren Dingen” ihrer heidnischen abgöttischen Vergangenheit zurückzukehren.

Wenn wir im Nordwesten lebten, schleppte ich unseren Abfall zum Gemeindemüllhaufen in einem Anhänger. Jene von euch, die mich gut kennen, würden nicht überrascht sein zu hören, dass ich häufig mit einem Anhänger voller Abfall zurückkehrte, denn für mich war eine weggeworfene Waschmaschinewanne nicht Abfall, aber möglicherweise ein Pflanzentopf! In unserer wohlhabenden Gemeinschaft ist der Abfall eines Menschen häufig der Schatz eines anderen Menschen. Dieses ist jedoch nicht so, wenn es elementare Dinge betrifft. Entsprechend Paulus, sollte jüdischer Abfall nicht der Schatz eines Heiden werden; Das ist genau, was die Judenmacher förderten.

Jene Sachen, zu denen die Galater zurückkehrten, waren die nicht “elementare Dinge” ihrer eigenen Vergangenheit, sondern die der jüdischen Vergangenheit. In Vers 10 zitiert Paulus das feiern bestimmter heiliger Tage, Monate, Jahreszeiten und Jahre als Beweis ihrer Rückkehr zu den minderwertigen Dingen der Vergangenheit. Wir sehen eine sehr ähnliche Beschreibung im zweiten Kapitel von Kolosser. Eine Eigenschaft des Gesetzes war, dass es fast alles unterschied. Es unterschied, weltliches von geistigem, beschmutzt von rein und heilig von unrein. Im Verstand der Judenmacher trennte es den Juden vom Heiden in solcher Weise, dass es den Juden überlegen machte gegenüber den Heiden. In der abschließenden Analyse sah der Judenmacher das Gesetz der Gnade überlegen und das Mosaische Bündnis als besser als das Kreuz von Christus. Zu Paulus waren all diese willkürlichen Unterscheidungen von einem großen Unterschied überschattet, die “elementaren Dinge” der Vergangenheit und die “besseren Dinge”, die durch Christus vollendet wurden. Die Arbeit von Paulus war vergeblich (4, 11), sollten die Galater die Überlegenheit von Christus über dem Gesetz nicht erkennen.

Bevor wir Anwendungen unseres Textes vorschlagen, lasst mich einige Beobachtungen dieser Wahrheiten unterstreichen, die Paulus beabsichtigte seine Leser würden von Versen 1-11 verstehen.

Erstens, unter dem Gesetz war die Unterscheidung zwischen Juden und Heiden nicht so groß wie es die Judenmacher lehrten. Paulus hatte bereits in Kapitel 3 (V. 28) angedeutet, dass der Unterschied den die Menschen machen damit sie Überlegenheit erreichen können, wurden in Christus alle beiseite gesetzt. Alle Männer (und Frauen), egal welches Geschlecht, Rasse oder sozioökonomischer Status, galten gleichwertig in den Augen Gottes, durch das Blut des Kreuzes. Paulus fährt fort in Kapitel 4, zu zeigen, dass sogar unter dem Gesetz die Juden den Heiden kaum überlegen waren. Das Wort “unterscheiden”, in Vers 1, umfasst die Idee der Überlegenheit70 und so erinnert den Leser, dass der Jude, unter dem Gesetz, wirklich nicht dem Heiden überlegen war, da die Juden, wie die Heiden, in Knechtschaft zu jenen Sachen waren, die „elementar” genannt werden konnten. Während die Judenmacher sich als (Juden) betrachteten, die Verwalter der Gaben und Versprechen Gottes, war der Alte Testament Jude selbst in Knechtschaft “unter Vormunden und Verwaltern” (V. 2.) Der Überlegenheitskomplex der Judenmacher war unbegründet.

Zweitens, weit entfernt eine höhere geistige Reife zu erzeugen, unter dem Gesetz zu stehen war Beweis des Gegenteils —Unreife. Die Theologie der Judenmacher war, dass Gnade alleine weder ausreichend zur Rettung (CF. Apost.15, 1) noch zur Heiligung war (Gal. 3, 3.) Ihre Lösung wuerde Gesetz zur Gnade hinzufügen. Das heißt, ob Jude oder Heide, das Gesetz war notwendig um Göttlichkeit und Reife im Leben des Christen zu erzeugen. Paulus annulliert diese Theologie, indem er das Gesetz mit Kindheit und Unreife vergleicht. Er beschreibt diese Periode, während Israel unter dem Gesetz war, als die Zeit ihrer Kindheit (Gal. 4, 3.) Es ist notwendig, ein Kind einzuschränken und zu kontrollieren, denn Kinder sind zu unreif um weise Entscheidungen zu treffen. Wir erlauben unseren Kindern nicht wichtige Entscheidungen treffen, denn sie sind weder weise noch fähig so zu tun. Indem das Gesetz mit der Unreife eines Kindes verglichen wird, das einen Lehrmeister, Aufseher und Verwalter benötigt, Paulus deutet an, dass die Notwendigkeit von steifen Richtlinien und Regelungen ein Zeichen der Unreife ist. Wie trauen sich dann die Judenmacher, durch die Rückkehr zum Gesetz, ein höheres Niveau von Geistigkeit zu versprechen?

Das Wort “elementar” ist auf keinen Fall ein Kompliment. Dieses wird durch eine Ausbildungsgrundregel der Wehrmacht veranschaulicht, wie es mir erklärt wurde es besteht. Diese Grundregel ist bekannt durch eine Abkürzung, “KISS”, das heißt, “keep it simple stupid” (mach es einfach Dummkopf.) Es gibt nur einen Grund etwas einfach zu machen, weil die, die gelehrt werden dumm sind. Paulus erinnert die Galater an eine ähnliche Grundregel die sich auf das Gesetz bezieht, und auf keinen Fall höflich zu denen ist, die sich auf das Gesetz verlassen um ein höheres Niveau der Geistigkeit zu erlangen.

Drittens hat Paulus weiteren Beweis gegeben, das Gesetz welches Gott durch Moses gab, war nicht gegensätzlich zu den Versprechungen Gottes, die zu Abraham gemacht wurden. In Vers 21 von Kapitel 3 stellte Paulus die Frage, “ist das Gesetz dann konträr zu den Versprechungen Gottes?” Die Analogie des Erben unter römischem Gesetz gibt weiteren Beweis, dass dieses nicht der Fall war. Als Kind war der Erbe noch der Eigentümer seines Vaters Besitzes, obwohl es eine notwendige Periode der Beschränkung und der Regelung gab, bevor alle Verantwortlichkeiten und Privilegien dem Kind übergeben wurden. Beschränkung war ein notwendiger Teil des Programms, welches in voller Sohnschaft kulminierte. So waren auch die Beschränkungen des Gesetzes während der Unreife Israels notwendig, bis völlige Freiheit bewilligt war.

Viertens, Paulus hat noch einmal die Dummheit unterstrichen, zu versuchen die Uhr zurück zu drehen und den Vorteil der Freiheit unter Gnade, für die Regelungen und Beschränkungen der Knechtschaft unter dem Gesetz einzutauschen. Warum würde ein Erbe wünschen, sobald er vollen Besitz der Güter seines Vaters erhalten hatte, zu seiner vorhergehenden Vormundschaft zurück zu kehren? Warum möchte jemand, der zu voller Sohnschaft durch Glauben in Christus gekommen ist, überhaupt zur Beschränkung des Gesetzes zurückgehen? Ein solcher Gedanke wurde als dumm gezeigt, sogar im Begriff einer weltlichen Angelegenheit sowie Sohnschaft unter römischem Gesetz.

Zu den Vorschriften des Gesetzes zurückzukehren, ist ähnlich wie Picasso zu versuchen, die Freiheit seines eigenen Stieles aufzugeben und “nach Zahlen zu malen”. Ich sollte hinzufügen, dass das entgegengesetzte Extrem absoluter Libertinismus ist, die Abwesenheit irgendwelcher Richtlinien, welches führt zum schlingen der Farbe oder zufälliges Tropfen von Farbe auf die Leinwand oder man lässt einen Hund durch Farbe laufen und führt ihn dann auf ein Segeltuch.

Zusammenfassung

Die Wahrheiten die Paulus den Galatern ermahnte zu begreifen, sind zu den Männern und Frauen unseres Jahrhunderts auch maßgeblich. Erlaubt mir, einige der Weisen vorzuschlagen, auf welche dieser Abschnitt auf euch und mich Bedeutung hat.

Erstens müssen wir als Christen sensitiv zur Tatsache sein, dass wir eine Veranlagung haben zur Vergangenheit zurückzukehren. Die meisten von uns sind als politisch und theologisch Konservative bekannt. Ich glaube z.B., dass unser Land von vielen seiner Gründungsprinzipen und Praxis abgewichen ist und ich würde gerne sehen, dass wir als eine Nation dahin zurückkehren würden. Ebenso gibt es viele Gelegenheiten, wenn Menschen zu ihrer geistigen Erbschaft zurückkehren müssen.

Die wichtigste Änderung die eine Person je erfahren wird ist die Bekehrung. Paulus hat seine drastische Umwandlung vom religiösen Eifer des Judentums, zum persönlichen Glauben in Christus beschrieben. Er drehte sich von Vertrauen in seine eigenen Gesetzeswerke, eine selbstgefertigte Rechtschaffenheit, zum Glauben in die rettende Tat von Christus (CF.1, 11-17; CF. auch Phil. 3, 1-16.) Die Bibel vergleicht einen Menschen in seinem verlorenen Zustand zu einem Schaf, das von seinem Schäfer wegwandert (Jes. 53, 6.) Petrus beschreibt Umwandlung wie folglich: “denn sie irrten dauernd von ihrem Schäfer weg, aber jetzt sind Sie zum Schäfer und zum Wächter Ihrer Seelen” zurückgekehrt (1 Pet. 2, 25.)

Meine Freunde, wenn ihr noch nicht eure Sünden und die Tatsache bestätigt habt, dass ihr von Gott weggewanderte, dränge ich Sie jetzt, sich an Ihn zu wenden, der euch retten kann —Jesus Christus.

Es ist kein Wunder, dass Christen so häufig Schafe genannt werden, denn wir sind auch geneigt irre zu gehen. Wie der Hymneschreiber sagt, “geneigt zu wandern, Herr ich spüre es”. Die Propheten der Urzeit rufen zur Bereuung auf, ein Zurückkehren zum Glauben an Gott und Gehorsam zu seinen Geboten. Unser Herr erklärte Petrus, dass er nach seiner Ablehnung umkehren würde: “Simon, Simon, siehe da, Satan hat Erlaubnis verlangt dich wie Weizen zu sieben, aber ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht versagen wird; und du, sobald du dich wieder umgekehrt hast, stärke deine Brüder” (Lukas 22, 31-32, Betonung- mein.)

Wenn ihr von einem lebenswichtigen Verhältnis mit dem Herrn Jesus Christus weggewanderte, muss ich euch drängen, mit voller Versicherung, das richtige Verhalten würde sein, zu eurem Glauben zurückzukehren und mit Ihm zu gehen.

Es ist auch notwendig zu sagen, eine Gefahr besteht, wenn man versucht die Uhr zurückzudrehen oder versucht die alten Tage in einer Weise wiederzuerleben die ungöttlich und ungesund ist. Es ist unser Wunsch als Älteste der Gemeinschafts-Bibel-Kapelle, eine wirklich Neu-Testament-Kirche zu sein. Dieses bedeutet allerdings nicht, dass wir versuchen eine Art “sofortiges Rückspiel” zu leben, von allem das stattgefunden hat. Dieses ist ein großer Teil der Fehler derer, die verlangen, dass alle Heilungen und Wundern heute geschehen müssen. Obwohl Gott in der Verleihung seiner Gaben und Energie souverän ist, können wir diese Sachen nicht einfach verlangen da sie in der Vergangenheit funktioniert haben. Eine Neu-Testamentkirche, unserer Meinung nach, ist eine, die aufgrund von Neu-Testamentgrundregeln funktioniert und die von Neu-Testamentenergie abhängig ist (die Energie des Heiligen Geistes.) Die Resultate sind Gott überlassen, der unbeschränkt geistige Gaben schenkt, der unbeschränkt Ministerien verteilt und bestimmt und diese unbeschränkt segnet (1 Kor. 12, 4-6.)

In seinem ausgezeichneten Buch, Die Kirche Entfesselt, Frank Tillipaugh fordert seine Leser aufrichtig heraus, die kurze und begrenzte Liste der Ministerien zu vergleichen, die den Anblick und Dienst der heutigen evangelischen Kirche, mit den verschiedenen und reichen Ministerien der Ersatz-Kirchen-Organisationen beschreibt. Unser Konservatismus, unser Wunsch die Vergangenheit zu konservieren, oder zurückzubringen, lähmt häufig unsere Fähigkeit mit irgendeinem Grad der Freiheit und der Flexibilität zu dienen. Die klassische Verteidigung dieser Mentalität, die Vergangenheit in Zement zu setzen, ist, “wir haben es schon immer so gemacht”. Lasst uns vor unserer Tendenz hüten, unbeweglich zu bleiben, oder schlimmer, im Bereich des Ministeriums rückwärts zu gehen.

Wenn Christen im Glauben wachsen und vorankommen sollen, obwohl sich Grundsätze nie ändern (und zu denen wir manchmal zurückkehren müssen), sollte vieles in unserer Vergangenheit nicht wiederholt werden, denn es ist minderwertig. Gelegentlich finde ich es notwendig zu einer meiner alten Predigten zurückzukehren, entweder im Druck oder auf Tonband. Ich kann euch sagen, dass ich wünsche, es gebe einen Weg, einige meiner Predigten aus der Zirkulation zu nehmen. Zumindest kann ich sagen, würde ich den gleichen Text heute predigen, hoffe ich, dass ich es besser machen würde. In diesem Sinne möchte ich nicht zu meiner alten Art des Predigens zurückgehen. Wenn Reife nach einer gewissen Zeit kommt, muss es Sachen geben, zu denen wir vermeiden sollten, zurückzukehren. Das Endergebnis ist dieses: wir müssen immer suchen zu jenen Sachen zurückzukehren, die grundsätzlich sind, aber uns von jenen hüten, die Paulus “elementar” genannt hat.

Zweitens, der Christe muss immer eifrig sein, die Lehren der Vergangenheit zu erlernen, ohne zu versuchen, die Ereignisse der Vergangenheit wieder zu erleben. Die Heiligen Schriften weisen im Überfluss auf die Vergangenheit hin. Geschichte ist zu uns gegeben, damit wir wertvolle Lektionen lernen, von denen, die vor uns gegangen sind, dennoch ohne die schmerzliche Erfahrung ihre Fehler zu wiederholen. Folglich müssen wir zu unterscheiden lernen, zwischen den Lektionen die erlernt wurden, Grundsätze die gelehrt oder geschildert wurden, und Ereignisse welche durch Erfahrung gelernt wurden. Diejenigen, die die Vergangenheit wieder erleben möchten, versuchen die schmerzlichen Wirklichkeiten der Gegenwart zu vermeiden.

Drittens, wir müssen lernen, zwischen “Heimweh”, eine romantische Erinnerung der Vergangenheit, und der Geschichte, ein realistischer Bericht der Vergangenheit zu unterscheiden. Jemand hat gesagt, Heimweh ist eine Lüge. Es ist wirklich. Heimweh betrachtet die Vergangenheit durch gefärbte Brillen. Heimweh übertreibt die guten Sachen und beseitigt das Negative. Wenn die Israeliten ohne Nahrung und Wasser waren, erinnerten sie sich sehnsüchtig an den Lauch und Knoblauch in Ägypten. Ich verstehe, wie sich jemand nach etwas würzigem sehnen könnte, nach Monaten oder Jahren einer faden Diät, aber Lauch und Knoblauch sind nicht die Essenz des Lebens. Außerdem erinnerten sich die Israeliten nicht an die Knechtschaft in Ägypten, die Härte ihrer Zuchtmeister, noch an die Qual des Ziegelsteinbrennens. Heimweh verzerrt immer die Vergangenheit, konzentriert sich nur auf wünschenswertes und verleugnet Schmerzen und Probleme.

Die Bibel wurde auf solche Weise geschrieben, dass es schwierig für den Leser ist auf Heimweh zurückzufallen. Die Ereignisse der Vergangenheit werden in einer Weise geschildert, welche nicht versucht, die Sünden der Menschen zu vermindern oder zu verbergen. Während wir neigen, Helden aus den Patriarchen zu machen, eine einfache Lesung des Textes wird es offensichtlich machen, dass diese Männer, so wie wir, auf zerbrechlichen Füßen standen. Dieses ist sogar für uns hervorgehoben: “Elia war ein Mensch mit einer Natur wie unserer (abhängig von gleichen Gemütsbewegungen wie wir), und er betete ernsthaft, dass es nicht regnen würde; und es regnete nicht auf der Erde, für drei Jahre und sechs Monate” (Jak. 5, 17.)

Viertens müssen wir sorgfältig Symptome von Heimweh beachten, denn sie sind ein Beweis von geistlichen Problemen. Es gibt einige offensichtliche Zeichen des Galater-Syndroms, auf das wir ständig aufpassen müssen. Vornehmlich besteht das Symptom des Vertieftseins mit der Vergangenheit, zum Punkt, dass wir vermeiden an die Zukunft und Gegenwart zu denken. Hinzugefügt ist die unrealistische Verherrlichung der Vergangenheit und Pessimismus von der Zukunft. Das Problem mit Heimweh ist, dass es uns neigt, rückwärts anstatt vorwärts zu gehen.

Fünftens müssen wir in der Lage sein, einige der falschen Motivierungen für das Zurückkehren zur Vergangenheit zu erkennen. Das christliche Leben fängt an, fährt fort und kulminiert mit Glauben. Gott entwickelt häufig unseren Glauben, indem er uns in Situationen setzt, in denen wir nicht wissen (und wir können nicht feststellen), was voraus liegt. Zu solchen Zeiten stehen wir zwei Möglichkeiten gegenüber: Furcht oder Glaube. Häufig versuchen wir die Uhr zurückzudrehen, wenn wir uns von unbekannten Gefahren fürchten, die voran liegen. Glaube vertraut auf Gott, der sich in der Vergangenheit als zuverlässig bewiesen hat; Furcht zieht vor, zur Vergangenheit zurückzugehen. Ist es ein Wunder, das die Israeliten nach Ägypten zurückgehen wollten, wenn sie das rote Meer vor sich hatten und die ägyptische Armee hinter ihnen?

Ein anderes falsches Motiv für das Wiedererleben der Vergangenheit, ist der Wunsch zu einem sorgenfreien Leben. Wann immer wir Ungemach gegenüberstehen, ist unsere Neigung, uns davon weg zu drehen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn die Israeliten zu einem Ort ohne Nahrung oder Wasser kamen, sehnten sie sich nach Ägypten zurückzugehen. Sie mochten nicht das harte Leben zu dem Gott sie benannt hatte. So auch die hebräischen Christen, zu denen das Buch der Hebräer geschrieben wurde, zogen sich zurück wegen Ungemach. Auch wir denken an die “guten alten Tage”, wenn Zeiten schwierig sind.

Der stärkste Reiz der Vergangenheit ist die Einfachheit. Wenn Paulus’ Analyse seiner Kultur korrekt ist, trifft es zu, dass das Leben für das Kind einfach ist, dem sehr einfache grundlegend Richtlinien zum Einhalten gegeben werden. Während wir älter werden, wird das Leben viel komplizierter; Angelegenheiten sind nicht klar, und Entscheidungen sind oft qualvoll. Es ist, wenn wir von der Kompliziertheit des Lebens ermüdet werden, dass wir uns nach Einfachheit sehnen. Da Legalismus das Leben vereinfacht, denn er erklärt kategorisch was recht ist und was unrecht ist, sehnen wir uns dahin zurückzukehren. Freiheit trägt immer den Preis der Verantwortlichkeit. Die Freiheit die wir in Christus haben, wird manchmal aufgegeben, von denen, die Einfachheit gegenüber Kompliziertheit, Formeln gegenüber Glauben bevorzugen. Kein Wunder, dass so viele Christen Bücher kaufen und an Seminaren teilnehmen, die Formeln und fertige Antworten zu den kompliziertesten Fragen des Lebens anbieten.

Sechstens, wir müssen lernen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft richtig zu bewerten. Wenn das Leben in der Gegenwart schwierig wird, dreht sich der Heimsüchtige Heilige immer zur Vergangenheit zurück und versucht sie wieder zu erleben oder wiederherzustellen. Auf diese Weise vermeidet er den Schmerz der Gegenwart und die Ungewissheiten der Zukunft. Jedoch Glaube siegt über Furcht. Wenn Zeiten schwierig sind, sollen wir an die Vergangenheit zurückdenken und uns an unsere Sündhaftigkeit und die Zuverlässigkeit Gottes erinnern. Dieses sollte uns veranlassen, jegliche Furcht und Zweifel auf Gott zu werfen, auf Ihn, der zuverlässig ist. Dieses ermöglicht uns, die Zukunft im Licht der Vergangenheit zu betrachten, und wissen, was Gott versprochen hat, wird Er sicher vollbringen. Im Licht dieser Hoffnung sollten wir unsere Leben in Gehorsam zu Seinem Wort leben, ob oder nicht es sofortige Belohnungen erbringt.

Ich dränge Sie, die Psalmen zu lesen, in denen Ihr den Psalmist findet, der in seinem gegenwärtigen Bedrängnis zu Gott ausruft, dann auf die Zuverlässigkeit Gottes in der Vergangenheit zurückschaut und dann endlich im Glauben vorausschaut. Ich würde Sie auch anregen, diese gleiche Verfahrensweise zum Leben, im Buch der Hebräer zu sehen, geschrieben zu denen, die schwachherzig wurden, wenn das Leben schwer wurde.

Lasst uns zu den Wahrheiten des Wortes Gottes zurückkehren, zu Seinen Versprechen und zu Seinem bewiesenen Charakter. Jedoch lasst uns nicht versuchen, die Uhr zurück zu drehen, um Schwierigkeiten zu vermeiden oder das Leben einfacher und leichter zu machen. Lasst uns vorwärts schauen und wissen, was Gott versprochen hat, Er wird vollenden, denn Er ist zuverlässig, eine Lektion, die durch die Geschichte ausdrücklich betont ist.


62 Das “nun” im Vers 1 ist richtig zu verstehen als Paulus’ Fortsetzung und Entwicklung seiner Lehren im vorausgehenden Kapitel. Die Schilderung eines Erben der mundig wird, ist jedoch nicht gleichbedeutend mit dem eines „Gefängniswärters“ (3, 22) oder eines “Sklavendieners” (3, 23-25.)

63 „Paulus benützt eine andere Analogie von der in 3, 22-26, um den geistligen Kontrast zwischen der vorhergehenden Periode der geistigen Unmündigkeit und dem neuen Leben der vollmündigen Freiheit und macht es zeitgemäß, indem er das Thema der Erbschaft mit einbezieht, welches in 3, 29 vorgestellt wurde. Das Gesetz wurde mit einem Gefängniswärter und einem Sklavendiener verglichen, jetzt ist dessen Rolle mit einem Verwalter verglichen, ernannt, um den Unmündigen und dessen Besitz zu verwalten.“ F. F. Bruce, Commentary on Galatians (Grand Rapids: William B. Eerdmans Publishing Company, 1982), S. 192

64 Bruce, S. 192.

65 “Das Wort prothesmia wurde von klassischer Zeit vorwärts benützt, ein fixierter Begriff, in einer Vielfalt von rechtlichen Zusammenhängen, z.B. der bestimmte Tage der Rückzahlung eines Darlehens, ...” Bruce, S. 193.

66 Ibid., S. 193.

67 Es besteht auch ein Sinn, in welchem jeder Mensch, Jude oder Heide, unter dem Gesetz steht, aber ich glaube nicht, dass Paulus dieses hier betont. Zuerst vergleicht er die Juden unter dem Gesetz mit dem „Erben“, bevor er mündig ist, und danach vergleicht er die Heiden, unter den „elementaren Dingen“, zu den Juden unter dem Gesetz.

68 Von Textstellen sowie Römer 8:19, würde ich verstehen, dass Sohnschaft, wie Rettung, hat beides, zukünftige und gegenwärtige Dimensionen. Während wir in die Freiheit der Sohnschaft und die Freude unserer Beziehung mit Gott unserem Vater jetzt schon eintreten, werden wir in der Ewigkeit mehr völlig gesegnet sein. Es ist diese zukünftige Offenbarung der “Söhne Gottes”, zu welchen Paulus in Römer 8:19 Bezug nimmt.

69 Cf. Bruce, S. 193.

70 “…differeth, usually has the sense of ‘surpassing.’” Alan Cole, The Epistle of Paul to the Galatians (Grand Rapids: Wm. B. Eerdmans Publishing Company, 1965), p. 112.

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