11. Die Worte des Weisen

Einleitung

In seinem Buch”Killing Giants, Pulling Thorns” [“Wie man Riesen tötet und Dornen ausreißt”], erinnert uns Chuck Swindoll an diesen Spruch, eine verblasste Gravur auf einem grauen Schieferstein, auf einem Friedhof auf einem windumtosten Hügel im ländlichen England:

Unter diesem Stein,
ein Klumpen Lehm,
Liegt Arabella Young,
Die seit dem vierundzwanzigsten Mai
Ihren Mund hält.

Wenn es einen Fehler gibt, den alle Menschen gemeinsam haben, so ist es der Missbrauch der Sprache. Es verwundert daher wenig, dass eines der häufigsten Themen im Buch der Sprüche das angemessene Sprechen ist. So verbreitet das Problem mit dem Sprechen ist, so heikel ist es auch. Denn erstens kann man durch das, was man sagt, sowohl große Wohltaten wie auch große Übeltaten bewirken. Zum Anderen können einmal gesprochene Worte nicht zurück genommen werden, und es ist unmöglich, einen Schaden, den die Zunge angerichtet hat, wieder gut zu machen.

Der Anfang eines Streites ist wie wenn Wasser losgelassen wird, Daher ziehe dich zurück, ehe der Zank ausbricht (17:14).

Wenn du deinem Bruder Unrecht getan hast, ist er schwerer einzunehmen als eine befestigte Stadt, Und Streitigkeiten sind wie die Riegel eines Wohnturms (18:19).

Jakobus schließlich meint in seinem Brief, dass der Schlüssel zur Selbstbeherrschung in der Kontrolle über unseren Mund liegt:

Denn wir alle straucheln vielerart. Wenn Irgendeiner nicht in dem strauchelt, was er sagt, so ist er ein vollkommener Mensch und in der Lage, auch sonst seinen ganzen Leib zu zäumen. Wenn wir nun den Pferden das Zaumzeug ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir auch ihren ganzen Körper (Jak 3:2-3).

In dieser Lektion werden wir so vorgehen, dass wir Worte genau so betrachten wie zuvor das Geld: als Etwas, das wir weise zum Wohle Anderer wie auch zu unserem eigenen Wohl investieren oder aber töricht zum Schaden Aller vergeuden können. Wir wollen zu Beginn die Macht der Worte zum Guten wie zum Bösen betrachten. Dann wollen wir versuchen, aus dem Buch der Sprüche zu lernen, welche Worte töricht verschwendet und welche weise investiert sind. Am Ende dann wollen wir nach Möglichkeiten suchen, wie wir unsere Worte gut gebrauchen können.

Das Potenzial der Worte

Im Gegensatz zum Geld sind Worte immer leicht verfügbar. Niemand von uns hat wohl je unter Wortknappheit zu leiden. Daher könnten wir geneigt sein, die Auswirkungen zu unterschätzen, die Worte auf uns selbst und auf Andere haben können. Die Sprüche mahnen uns, an das Potenzial der Worte zum Guten wie zum Bösen zu denken.

Tod und Leben liegen in der Macht der Zunge, Und wer sie liebt, wird von ihren Früchten essen (18:21).

Eine alte Redensart, die wir uns als Kinder immer wieder vorgesagt haben, lautet etwa: “Stock und Stein bricht mein Bein, Worte aber können mich nicht verletzen.”

Diese Redensart ist meiner Meinung nach eigentlich nicht sehr zutreffend. Tatsache ist doch, dass die Verletzungen, die Stock und Stein zufügen, wieder heilen – aber die Wunden, die grausame oder gedankenlose Worte zufügen, können tief gehen und ein Leben lang bestehen bleiben. Weise gesprochene Worte andererseits können Quell des Lebens, des Trostes und der Heilung sein.

Der Mund des Gerechten ist ein Quell des Lebens, Aber der Mund des Bösen birgt Gewalttat (10:11).

Durch seinen Mund zerstört der gottlose Mensch seinen Nächsten, Aber durch Erkenntnis werden die Gerechten befreit (11:9).

Durch den Segen der Rechtschaffenen wird eine Stadt erhöht, Aber durch den Mund der Bösen wird sie niedergerissen (11:11).

Da ist Einer, der überstürzt redet wie mit Schwerthieben, Aber die Zunge der Weisen bringt Heilung (12:18).

Ängstlichkeit im Herzen eines Menschen wird es niederdrücken, Aber ein gutes Wort macht es froh (12:25).

Ein ehrlicher Zeuge rettet Leben, Aber der Lügen spricht, ist trügerisch (14:25).

Wenn die Zunge beschwichtigt, ist sie ist ein Baum des Lebens, Aber wenn sie verdreht ist, zerschmettert sie den Geist (15:4).

Ein Mensch hat Freude an einer angemessenen Antwort, Und wie erfreulich ist ein Wort zur rechten Zeit! (15:23)

Angenehme Worte sind eine Honigwabe, Süß für die Seele und Heilung für das Gebein (16:24).

Ein nichtsnutziger Mensch gräbt Schlechtes aus, Und seine Worte sind wie ein versengendes Feuer. Ein hinterhältiger Mensch verbreitet Streit, Und ein Verleumder bringt enge Freunde auseinander (16:27-28).

Diese Sprüche halten uns die Macht des gesprochenen Wortes vor Augen, das Anderen Gutes oder Böses zufügen kann. Andere Sprüche lehren uns, dass jedes Wort, das wir sprechen, große Wirkung für den Sprechenden wie für den Hörenden zeitigen kann. Weise gesprochene Worte bringen dem Sprechenden Segen, aber töricht gesprochene Worte bringen Schwierigkeiten und Unglück.

Ein böser Mensch verstrickt sich durch die Übertretung seiner Lippen, Aber der Gerechte wird aus der Bedrängnis entkommen. Ein Mensch wird mit Gutem gesättigt werden durch die Frucht seiner Worte, Und die Taten seiner Hände werden zu dem Menschen zurückkehren (12:13-14).

Wahrhafte Lippen werden für immer andauern, Aber eine lügende Zunge währt nur einen Augenblick (12:19).

Von der Frucht seines Mundes wird ein Mensch Gutes genießen, Aber das Begehren des Treulosen ist Gewalttätigkeit. Der seinen Mund behütet, bewahrt sein Leben; Der seinen Mund weit aufmacht, kommt zum Verderben (13:2-3).

In des Toren Mund ist die Rute für seinen Hochmut, Aber die Weisen bewahrt ihr Mund (14:3).

Wer verkehrten Sinnes ist, findet nichts Gutes, und wer verkehrter Zunge ist, wird ins Unglück fallen (17:20).

Der Mund des Toren ist sein Verderben, Und seine Lippen sind eine Schlinge für seine Seele (18:7).

Von der Frucht seines Mundes wird der Magen eines Menschen gesättigt; Er wird gesättigt mit dem Ertrag seiner Lippen (18:20).

Wir ernten, was wir mit unseren Lippen säen. Wenn unsere Worte weise gesprochen sind, profitieren Andere genauso davon wie wir selbst auch. Wenn wir unsere Worte töricht oder boshaft gebrauchen, verletzen sie Andere wie uns selbst.

Töricht investierte Worte:
Wo Worte keine Macht haben

Genauso wie es Dinge gibt, die man mit Geld nicht kaufen kann, so gibt es auch Dinge, die man mit Worten nicht erreichen kann. In den Sprüchen werden einige Schwachstellen der Worte aufgeführt.

1. WORTE SIND UNWIRKSAM, WENN SIE VON EINEM TOREN GESPROCHEN WERDEN.

Wie die Beine des Lahmen, die herabhängen, So ist ein Spruch im Munde der Toren (26:7).

Wie die Dornen, die in die Hand eines Trunkenboldes fallen, So ist ein Spruch im Munde der Toren (26:9).

1. WORTE SIND UNWIRKSAM, WENN SIE ZU EINEM TOREN GESPROCHEN WERDEN.

Das Herz des Klugen sucht nach Erkenntnis, Aber der Mund des Toren ernährt sich von Torheit (15:14).

Ein Übeltäter hört auf böse Lippen, Ein Lügner schenkt zerstörerischer Zunge Gehör (17:4).

Ein Tadel dringt tiefer ein in einen Verständigen Als einhundert Schläge in einen Toren (17:10).

Sprich nicht vor den Ohren eines Toren, Denn er wird die Weisheit deiner Worten verachten (23:9).

3. WORTE SIND UNWIRKSAM, WENN SIE NICHT VON ENTSPRECHENDEN TATEN BEGLEITET WERDEN.

Durch jederlei Arbeit ergibt sich ein Vorteil, Aber bloßes Reden führt nur zu Armut (14:23).

Ein Knecht wird nicht durch Worte allein angeleitet; Denn wenn er sie auch versteht, wird er sich nicht daran halten (29:19).

4. WORTE SIND UNWIRKSAM, WENN SIE NICHT MIT DER WAHRHEIT IN EINKLANG STEHEN.

Wie ein Spatz vorbeischießt und eine Schwalbe fliegt, So setzt ein Fluch nichts in Brand ohne Ursache (26:2).

Wenn du auch sagst: „Siehe, wir haben dies nicht gewusst“ – Wird nicht Er es bemerken, der die Herzen wägt? Und wird nicht Er es wissen, der deine Seele erhält? Und wird Er nicht dem Menschen nach seinem Tun erstatten? (24:12)

Wenn er liebenswürdig spricht, glaube ihm nicht, Denn sieben Abscheulichkeiten sind in seinem Herzen. Wenngleich sein Hass sich durch Hinterlist bedeckt, So wird doch seine Bosheit vor der Versammlung offengelegt werden (26:25-26).

5. WORTE SIND UNWIRKSAM, WENN SIE NICHT ZUR RECHTEN ZEIT UND IN DER RECHTEN ART GESRPOCHEN WERDEN.

Wer seinen Freund mit lauter Stimme früh am Morgen segnet, Dem wird es als ein Fluch angerechnet werden (27:14).

Das Prinzip der Wirtschaftlichkeit:
Wann man Worte lieber sparen als sagen sollte

Einer der grundlegenden Unterschiede zwischen einem weisen Menschen und einem Toren besteht darin, dass der Weise seinen Verbrauch an Worten beschränkt, während der Tor bei jeder Gelegenheit losschwätzt.

Wo viele Worte sind, fehlt die Übertretung nicht, Aber wer seine Lippen im Zaum hält, ist weise (10:19).

Ein kluger Mann verbirgt sein Wissen, Aber das Herz des Törichten ruft Torheit aus (12:23).

Das Herz des Gerechten denkt nach, wie es antworten soll, Aber der Mund des Bösen sprudelt Übles heraus (15:28).

Wer seine Worte zurückhält, besitzt Erkenntnis, Und der kühlen Geistes ist, ist ein Mensch von Verstand (17:27).

Ein Törichter findet keinen Gefallen am Verstehen, Sondern nur an der Enthüllung seiner eigenen Gedanken (18:2).

Wer seinen Mund und seine Zunge verwahrt, bewahrt seine Seele vor Schwierigkeiten (21:23).

Siehst du einen Menschen, der hastig ist mit seinen Worten? Für einen Toren gibt es mehr Hoffnung als für ihn (29:20).

Es gibt mehrere Gründe für einen Weisen, zurückzuhaltend mit Worten zu sein:

1. ZURÜCKHALTUNG IST NOTWENDIG, UM ZU HÖREN, WAS DER ANDERE SAGEN WILL.

Wer antwortet, bevor er gehört hat, Dem ist dies Torheit und Schande (18:13).

Das Herz des Klugen erwirbt Erkenntnis, Und das Ohr des Weisen sucht nach Erkenntnis (18:15).

Der Erste, der seine Sache vertritt, erscheint gerecht, Bis ein Anderer kommt und ihn befragt (18:17).

2. ZURÜCKHALTUNG IST NOTWENDIG, UM ÄRGER UND STARKE EMOTIONEN VORBEIGEHEN ZU LASSEN.

Ein Tor macht seine Verärgerung sofort bekannt, Aber ein kluger Mann verbirgt die Schande (12:16).

Eine milde Antwort wendet Zorn ab, Aber ein unfreundliches Wort rührt Ärger auf. Die Zunge des Weisen macht die Erkenntnis annehmbar, Aber der Mund des Toren speit Torheit (15:1-2).

Wer seine Worte zurückhält, besitzt Erkenntnis, Und der kühlen Geistes ist, ist ein Mensch von Verstand (17:27).

Ein Tor verliert die Beherrschung, Aber ein weiser Mann bewahrt sie (29:11).

3. ZURÜCKHALTUNG GIBT DEM WEISEN ZEIT ZU BEDENKEN, WAS UND WIE ER SPRECHEN SOLL.

Das Herz des Gerechten denkt nach, wie es antworten soll, Aber der Mund des Bösen sprudelt Übles heraus (15:28).

Wenn Schweigen Gold ist:
Verbotenes Sprechen

Vielerlei Arten zu sprechen verbieten die Sprüche eindeutig. Wir wollen diese kurz betrachten:

1. VERTRAUENSBRUCH.

Wer als Verleumder umhergeht, enthüllt Geheimnisse, Aber wer vertrauenswürdig ist, deckt eine Sache zu (11:13).

Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus Und offenbare nicht die Geheimnisse eines Anderen, Damit der es hört dir keinen Vorwurf macht Und dann das böse Gerede über dich nicht aufhört (25:9-10).

2. ÜBEREILTE VERSPRECHEN.

Mein Sohn, wenn du Bürge geworden bist für deinen Nächsten, Gar ein Versprechen gegeben hast für einen Fremden; Wenn du verstrickt worden bist durch die Rede deines Mundes, Gefangen worden bist durch die Reden deines Mundes, Dann tue dies, mein Sohn, und befreie dich; Da du in die Hand deines Nächsten geraten bist, Geh und demütige dich selbst und bestürme deinen Nächsten eindringlich. Gib deinen Augen keinen Schlaf, Noch deinen Lidern Schlummer; Befreie dich wie eine Gazelle aus der Hand des Jägers Und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelfängers (6:1-5).

Eine Schlinge ist es für einen Menschen, wenn er übereilt sagt “Es ist heilig!” Und nach dem Gelübde Nachforschungen anstellt (20:25).

3. AUSEINANDERSETZUNG UND STREIT.

Ehrenvoll ist es für einen Menschen, sich vom Streit fernzuhalten, Aber jeder Tor wird Streit vom Zaun brechen (20:3).

4. DER VERSUCH, EINEN TOREN ZURECHTZUWEISEN ODER ANZULEITEN.

Sprich nicht vor den Ohren eines Toren, Denn er wird die Weisheit deiner Worten verachten (23:9).

Wenn ein weiser Mann mit einem Toren ins Gericht geht, Rast der Tor oder er lacht, und es gibt keine Ruhe (29:9).

5. SEINE ELTERN ZU BESCHIMPFEN.

Wer Übles auf seinen Vater oder seine Mutter herabruft, Dessen Lampe wird bei der Dunkelheit verlöschen (20:20; vgl. 30:11).

6. FALSCHES ZEUGNIS.

Ein falscher Zeuge wird nicht ungestraft davonkommen, Und wer lügt, wird nicht entrinnen (19:5).

Ein betrügerischer Zeuge spottet des Rechts, Und der Mund der Bösen verbreitet Schädliches (19:28).

7. SCHMEICHELEI.

Eine falsche Zunge hasst die, die sie zermalmt, Und ein schmeichelnder Mund bewirkt Verderben (26:28).

Wer einen Menschen zurechtweist, wird hernach mehr Gunst finden, Als wer mit seiner Zunge schmeichelt (28:23).

Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, Breitet ein Netz aus für seine Schritte (29:5).

8. KLATSCH UND VERLEUMDUNG.

Geflüsterte Worte sind wie Leckerbissen, Und sie gehen hinab in das Innerste des Leibes (18:8).

Wer als Verleumder umhergeht, enthüllt Geheimnisse, Lass dich daher nicht mit einem Schwatzhaften ein (20:19).

Der Nordwind bringt Regen mit sich Und heimliches Gerede eine ärgerliche Miene (25:23).

9. LÜGE UND TÄUSCHUNG.

Entferne von dir falsche Reden, Und tu hinterhältige Lippen weit fort von dir (4:24).

Ein nichtsnutziger Mensch, ein böser Mann Ist der, der mit falscher Rede umhergeht, Der mit seinen Augen zwinkert, der mit seinen Füßen Zeichen gibt, Der mit seinen Fingern Andeutungen macht (6:12-13).

10. EIGENLOB.

Wie Wolken und Wind ohne Regen Ist ein Mann, der sich zu Unrecht seiner Gaben rühmt (25:14).

Möge ein Anderer dich rühmen und nicht dein eigener Mund; ein Fremder und nicht deine eigenen Lippen (27:2).

Weise investierte Worte:
Wenn Reden Gold ist

Es gibt viele Gelegenheiten, wo Worte angebracht sind und Schweigen alles andere als Gold sein würde. Wir wollen einige dieser Gelegenheiten betrachten, bei denen der Fromme zu sprechen verpflichtet ist:

1.UNSERE REDE IST WIE GOLD, WENN SIE DURCH GOTTES HOHEIT GELEITET WIRD.

Die Pläne des Herzens gehören zum Menschen, Aber die Antwort der Zunge ist vom Herrn (16:1).

Ich möchte den Leser hier aber vor der Schlussfolgerung warnen, dass Gott für jedes Wort verantwortlich sei, das von den Lippen der Menschen kommt. Ich verstehe die Aussage dieses Spruches vielmehr so, dass wir zwar einen bestimmten Plan im Kopf haben mögen, dass aber, wenn wir unter göttlicher Leitung stehen, was wir sagen von Gott kommt. Dies trifft insbesondere zu, wenn wir Zeugnis für unseren Glauben ablegen oder ihn verteidigen.

„Wenn sie euch aber abführen, um euch auszuliefern, macht euch nicht im Voraus Sorgen über das, was ihr sagen sollt, sondern sagt, was immer euch in jener Stunde gegeben wird; denn nicht ihr seid es, die sprechen, sondern der Heilige Geist” (Mk 13:11).

2. UNSERE REDE IST WIE GOLD, WENN SIE WEISHEIT UND ERKENNTNIS VERBREITET.

Die Lippen des Weisen breiten Erkenntnis aus, Aber die Herzen der Toren sind nicht so (15:7).

Sie tut ihren Mund mit Weisheit auf, Und die Lehre der Güte ist auf ihrer Zunge (31:26; vgl. 31:1).

3. UNSERE REDE IST WIE GOLD, WENN WIR UNSEREN GLAUBEN MITTEILEN.

Die Lehren der Weisen sind ein Quell des Lebens, Um sich abzuwenden von den Schlingen des Todes (13:14).

Ein ehrlicher Zeuge rettet Leben, Aber der Lügen spricht, ist trügerisch (14:25).

Befreie die, die zum Tode weggeführt werden; Und die zur Schlachtung hinstolpern, O halte sie zurück! (24:11)

4. UNSERE REDE IST WIE GOLD, WENN WIR DIE WEISEN BERICHTIGEN.

Wie ein goldener Ohrring und ein Schmuck aus feinem Gold Ist dem hörenden Ohr eine weise Zurechtweisung (25:12).

Besser ist offene Zurechtweisung Als verhüllte Liebe. Treu sind die Wunden durch einen Freund, Aber trügerisch sind die Küsse eines Feindes (27:5-6).

Wer einen Menschen zurechtweist, wird hernach mehr Gunst finden, Als wer mit seiner Zunge schmeichelt (28:23).

5. UNSERE REDE IST WIE GOLD, WENN WIR FÜR DIE RECHTE DER BEDRÄNGTEN DEN MUND AUFMACHEN.

Öffne deinen Mund für die Stummen, Für die Rechte aller Unglücklichen. Öffne deinen Mund, richte gerecht Und verteidige die Rechte der Bedrängten und der Bedürftigen (31:8-9).

6. UNSERE REDE IST WIE GOLD, WENN UNSERE WORTE DEN BEDÜRFNISSEN ANDERER ENTSPRECHEN.

Da ist Einer, der überstürzt redet wie mit Schwerthieben, Aber die Zunge der Weisen bringt Heilung (12:18).

Ängstlichkeit im Herzen eines Menschen wird es niederdrücken, Aber ein gutes Wort macht es froh (12:25).

Wenn die Zunge beschwichtigt, ist sie ist ein Baum des Lebens, Aber wenn sie verdreht ist, zerschmettert sie den Geist (15:4).

Angenehme Worte sind eine Honigwabe, Süß für die Seele und Heilung für das Gebein (16:24).

Weise Wortwahl:
Wie man das Richtige richtig sagt

Als Student im Priesterseminar stand ich dem Kurs Homiletik – die Kunst (und Wissenschaft) eine Predigt zu gestalten – sehr kritisch gegenüber. Was für einen Unterschied sollte es schon machen, wie man etwas sagte, solange das Gesagte wahrhaft Gottes Wort entsprach? Nachdem ich aber einige Predigten meiner Komilitonen angehört hatte, stellte ich meinen Irrtum fest. Wie uns auch die Sprüche lehren, kann etwas inhaltlich Richtiges folgenlos oder sogar nachteilig für den Zuhörer sein, wenn es auf die falsche Art oder zur falschen Zeit gesagt wird.

1. EIN RECHTES WORT KOMMT ZUM RECHTEN ZEITPUNKT.

Ein Mensch hat Freude an einer angemessenen Antwort, Und wie erfreulich ist ein Wort zur rechten Zeit! (15:23)

Wie goldene Äpfel, in Silber gefasst, Ist ein Wort, das den Umständen angemessen gesprochen wird (25:11).

2. EIN RECHTES WORT WIRD RICHTIG ANGEWANDT UND FREUNDLICH GESPROCHEN.

Eine milde Antwort wendet Zorn ab, Aber ein unfreundliches Wort rührt Ärger auf. Die Zunge des Weisen macht die Erkenntnis annehmbar, Aber der Mund des Toren speit Torheit (15:1-2).

Wer weisen Herzens ist, wird verständig genannt werden, Und eine süße Sprache hat mehr Überzeugungskraft (16:21).

Das Herz des Weisen lehrt seine Zunge Und fügt seinen Lippen Überzeugungskraft hinzu (16:23).

Wer die Reinheit des Herzens liebt Und wessen Rede freundlich ist, dem wird der König Freund sein (22:11).

Durch Geduld kann ein Herrscher überredet werden, Und eine milde Zunge kann einen Knochen brechen (25:15).

Schlussfolgerung

Ich möchte noch einmal zusammenfassend betrachten, was wir aus den Sprüchen über den Gebrauch der Worte gelernt haben, und Sie dabei auf einige Stellen im Neuen Testament hinweisen, die dieselben Grundsätze lehren.

„Eure Rede sei ‘ja, ja’ oder ‘nein, nein’; und Alles, was darüber hinaus geht, ist von Übel” (Mat 5:37).

Unser Herr verurteilte hier weniger das Schwören, sondern betonte vielmehr die Notwendigkeit zur unbedingten Wahrhaftigkeit unserer Rede. Andere Menschen fordern einen Eid von uns, wenn sie die Erfahrung gemacht haben, dass sie unsere Worte nicht ohne Weiteres für bare Münze nehmen können. Jesus lehrte, dass unser Reden so sehr von Wahrhaftigkeit geprägt sein sollte, dass niemand darüber hinaus gehende Festlegungen von uns fordern muss. Wie die Sprüche lehrt auch Jesus, dass im Leben der Frommen und Weisen kein Raum für Unaufrichtigkeit und Täuschung ist.

„Ihr Natternbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens spricht der Mund. Der gute Mensch bringt aus seinem guten Schatz Gutes hervor; und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor. Und ich sage euch, dass für jedes gedankenlose Wort, das die Menschen je sprechen, sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen. Denn aufgrund eurer Worte werdet ihr gerechtgesprochen werden und aufgrund eurer Worte werdet ihr verurteilt werden” (Mat 12:34-37).

Wie die Sprüche lehrt auch Jesus, dass sich der Charakter eines Menschen in seinen Worten zeigt. Die Pharisäer hatten gesagt, dass die Macht unseres Herrn auf Beelzebub, den Herrscher der Dämonen, zurückzuführen wäre (Mat 12:24). Jesus mahnte Seine Kritiker, ihre Worte vorsichtiger zu gebrauchen, da sie aufgrund ihrer Worte gerichtet werden würden.

Nur zu oft sind wir, wie die Pharisäer, schnell dabei zu sprechen, ohne nachzudenken. Wir werden für jedes nutzlose oder sorglos gesprochene Wort zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn wir aufgrund unserer Worte gerichtet werden, dürfen wir sie nicht gedankenlos gebrauchen. Worte haben große Macht, zum Guten wie zum Bösen, für den Hörer wie für den Sprecher.

Ihr wisst dies, meine geliebten Brüder. Jeder Mensch soll schnell sein zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn; denn des Menschen Zorn bewirkt nicht Gottes Gerechtigkeit. Legt daher alle Unsauberkeit ab und Alles, was an Schlechtigkeit noch übrig ist, und empfangt in Demut das Wort, das euch eingepflanzt wird und das eure Seelen zu retten vermag. Erweist euch aber als Täter des Wortes und nicht bloß als Hörer, die sich selbst betrügen (Jak 1:19-22).

In den Sprüchen haben wir gelernt, dass Derjenige weise ist, der mit Worten haushält: Ein weiser Mensch macht nicht sofort den Mund auf, er nimmt Rücksicht auf den Charakter dessen, zu dem er spricht. Er platzt nicht mit seinem Ärger heraus und seine Worte kommen zur rechten Zeit und sind sorgfältig gewählt. Jakobus führt uns eben diese Grundsätze vor Augen. Wenn er sagt „Ihr wisst dies” (Vers 19), spielt Jakobus vielleicht sogar auf die Lehre der Sprüche an. Jakobus warnt aber nicht nur vor einer übereilten, ärgerlichen Erwiderung. Er erinnert seine Leser auch daran, dass sie zwar mit ihren Worten sorgfältig umgehen, für das Wort Gottes aber schnell bereit sein müssen. Wenn wir dem Wort nicht dienen, nützen uns die Worte nichts.

„Nicht jeder, der zu Mir sagt ‘Herr, Herr’, wird in das Reich des Himmels eingehen, sondern wer den Willen Meines Vaters tut, der im Himmel ist“ (Mat 7:21).

Welchen Nutzen hat es, meine Brüder, wenn ein Mensch sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann dieser Glaube ihn retten? (Jak 2:14).

Unser Herr wie auch Jakobus lehrten beide, dass bloße Worte niemals Jemanden errettet haben. Ein Bekenntnis allein, ohne jede praktische Umsetzung, zeigt, dass der Glaube tot ist, nicht lebendig und zur Rettung führend. Vielleicht hast auch du einmal ein Glaubensbekenntnis abgelegt, mein Freund, aber es ist nur das geblieben – ein Bekenntnis. Bekenntnisse erretten dich nicht, sondern nur ein kraftvoller und lebendiger Glaube – ein Glaube, der Veränderungen in deinem Lebensstil bewirkt. Täusche dich nicht und denke, dass bloße Worte dich erretten werden. Diejenigen, die in Matthäus 7 sagten, dass sie ein Bekenntnis für den Herrn abgelegt und sogar große Taten in Seinem Namen vollbracht hätten, sind dieselben, von denen unser Herr sagte, dass Er sie nie gekannt hätte (Mat 7:22-23). Möge dein Glaube mehr werden als nur ein Bekenntnis, wenn du dein Vertrauen in Jesus Christus setzt, den schuldlosen Sohn Gottes, der an deiner Stelle am Kreuz gestorben ist, damit du ewig lebest.

Wandelt in Weisheit gegenüber den Außenstehenden, indem ihr eure Gelegenheiten nutzt. Lasst eure Rede stets gefällig sein, wie mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr Jedem zu antworten habt (Kol 4:5-6).

Sondern heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen und seid stets bereit zu einer Verteidigung vor Jedem, der von euch einen Grund für die Hoffnung fordert, die in euch ist; doch tut dies mit Freundlichkeit und Respekt (1.Pe 3:15).

Unsere Worte können von Gott dafür genutzt werden, den Glauben an Ihn zu bezeugen. Wir sollten bereit sein zu sprechen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Unsere Worte sollten gefällig, aber doch anregend sein für Andere, sich auf ein Gespräch über geistliche Dinge einzulassen.

Es gibt wohl keine bessere Zusammenfassung über den Gebrauch der Worte als Paulus’ Lehre in Epheser 4:29:

Kein krankes Wort gehe aus eurem Mund hervor, sondern nur ein Wort, das zur Erbauung gut ist, so wie es der Augenblick erfordert; damit es denen Segen bringe, die es hören (Eph 4:29).

Möge uns Gott die Fähigkeit verleihen, unsere Lippen als ein Werkzeug Seines Segens einzusetzen.

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